This article has been translated with permission from the original authors, Tim Urban and Wait But Why. The original post with the title "Why Cryonics Makes Sense" was published in 2016 in Wait But Why. Click here for the English version. 

This article has been translated with permission from the original authors, Tim Urban and Wait But Why. The original post with the title "Why Cryonics Makes Sense" was published in 2016 in Wait But Why. Click here for the English version.

Warum Kryonik sinnvoll ist

Du sitzt in einem Flugzeug, als plötzlich ein lautes Geräusch ertönt und alles heftig zu wackeln beginnt. Eine Minute später macht der Kapitän über den Lautsprecher eine Durchsage:

Im Triebwerk gab es eine Explosion und das Flugzeug wird in 15 Minuten abstürzen. Ohne Überlebenschance. Allerdings gibt es einen möglichen Ausweg – das Flugzeug transportiert zufällig eine Ladung Fallschirme, und jeder, der einen benutzen möchte, um das Flugzeug zu verlassen, kann sich einen nehmen. Aber ich muss Sie warnen – die Fallschirme sind noch völlig ungetestet und es gibt keine Garantie, dass sie funktionieren. Wir wissen auch nicht, wie das Gelände da unten sein wird. Wenn Sie einen Fallschirm haben möchten, stellen Sie sich bitte im Gang auf. Die Flugbegleiter werden sie überreichen, Ihnen zeigen, wie man ihn benutzt und Sie zum Notausgang begleiten, wo Sie springen können. Wenn Sie sich nicht für diese Option entscheiden, bleiben bitte sitzen – es wird bald vorbei sein, und Sie werden keinen Schmerz spüren.

Was würdest du tun?

Als Robert Ettinger in den 1930er Jahren ein Kind war, las er viel Science-Fiction und ging davon aus, dass die Wissenschaftler bei der fortschreitenden Entwicklung der Welt sicher irgendwann zu seinen Lebzeiten ein Mittel gegen das Altern finden würden. Er würde eine Welt erleben, in denen es keine Krankheiten mehr gibt und der Tod etwas sei, das die Menschen freiwillig und zu einem Zeitpunkt ihrer Wahl bestimmen können.

Aber dreißig Jahre später waren das Altern und ein unfreiwilliger Tod immer noch eine große Sache, und Ettinger – der inzwischen Physikprofessor war – erkannte, dass die Wissenschaft diese Probleme vermutlich nicht rechtzeitig lösen würde, damit er davon profitieren könnte. Also begann er darüber nachzudenken, wie man das System austricksen könnte.

Wenn er nach seinem Tod nicht begraben oder eingeäschert, sondern auf irgendeine Weise eingefroren werden könnte, hätten die Wissenschaftler – wenn sie die Sterblichkeit endlich besiegen – wahrscheinlich auch die Mittel und das Know-how, ihn wiederzubeleben und er könnte doch noch das letzte Wort haben.

1962 schrieb er über dieses Konzept in seinem Buch The Prospects of Immortality und erweckte damit die Kryonik-Bewegung.

Die erste Person, die diese Kryonik ausprobierte, war James Bedford, ein Psychologieprofessor, der 1967 im Alter von 73 Jahren an Krebs starb und jetzt in einem Bottich mit flüssigem Stickstoff in Arizona liegt, während du diese Zeilen liest. Nach und nach folgten weitere Kandidaten, sodass es heute über 300 Menschen gibt, die in Bottichen mit flüssigem Stickstoff abhängen.

Hier möchte ich einen Moment innehalten. Noch vor einem Jahr wusste ich so gut wie nichts über Kryonik, und meine Eindrücke davon waren ungefähr so:

Kryonik, oder Kryogenik, ist der morbide Prozess des Einfrierens reicher, toter Menschen, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft wieder zum Leben erweckt. Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Dann fing ich an, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Das ist ganz allein eure Schuld, denn Kryonik ist eines der Themen, zu denen mir die Leute die meisten E-Mails schicken, und auch in persönlichen Gesprächen wurde das Thema ständig von mindestens fünf Lesern angesprochen. Und je mehr ich über Kryonik las, desto mehr stellte ich fest, dass viele der Wörter in meinem kursiv gedruckten Vermutungssatz nicht stimmten.

Gehen wir die beiden Sätze also noch einmal durch, während wir uns genau ansehen, was Kryonik ist und wie sie funktioniert. Fangen wir mit diesem Teil an:

Kryonik, oder Kryogenik, ist der morbide Prozess des Einfrierens reicher, toter Menschen, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft wieder zum Leben erweckt. Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Damit würde man quasi sagen: „Das Wingsuit-Fliegen oder die Meteorologie ist der Sport, mit einem Wingsuit durch die Luft zu fliegen.“ Dabei ist die Meteorologie eigentlich die Lehre der Vorgänge in der Atmosphäre, wozu auch die Funktionsweise des Windes gehört, während das Wingsuit-Fliegen ein Prozess ist, der den Wind nutzt – da wäre man ein ziemlich komischer Vogel, zu glauben, das wäre beides ein und dasselbe.

Ebenso ist Kryogenik ein Zweig der Physik, der sich mit der Erzeugung und den Auswirkungen von sehr niedrigen Temperaturen beschäftigt, während Kryonik die Anwendung von sehr niedrigen Temperaturen zur Erhaltung eines Menschen ist. Das ist nicht dasselbe.

Als nächstes gibt es noch drei weitere irreführende Wörter, die zu erwähnen sind:

Die Kryogenik ist der morbide Prozess des Einfrierens reicher, toter Menschen, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft wieder zum Leben erweckt. Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Diese drei Wörter besprechen wir, indem wir Schritt für Schritt durchgehen, wie Kryonik funktioniert.
Du möchtest also ein Kryoniker werden. Dann sind die folgenden Schritte:

Schritt 1) Wähle ein Unternehmen

Es gibt vier große Unternehmen, die Kryonik-Dienstleistungen anbieten – Alcor in Arizona,USA, Cryonics Institute (CI) in Michigan, USA, American Cryonics Society (ACS) in Kalifornien, USA und KrioRus in Russland. KrioRus ist die neueste Option und ist ziemlich schnell auf dem Vormarsch, aber die beiden größten Unternehmen sind Alcor und CI (ACS hat jedoch keine eigenen Lagereinrichtungen – sie lagern bei CI).

Laut meiner Recherche scheint Alcor das etwas seriösere Unternehmen zu sein, während CI (das von Robert Ettinger gegründet wurde, dem Mann, der die Bewegung ins Leben gerufen hat) günstiger ist und mehr den Charakter eines Familienunternehmens hat. Beide sind gemeinnützig und haben jeweils etwa 150 Personen im Lager. Alcor hat etwas mehr als 1.000 „Mitglieder“ (d.h. Menschen, die eines Tages im Lager sein werden), während CI etwa die Hälfte dieser Zahl vorweisen kann.

Schritt 2) Werde ein Mitglied

Um Kryoniker zu werden, muss man ein paar Papiere ausfüllen, ein paar Dinge unterschreiben und notariell beglaubigen lassen und für drei Dinge bezahlen: einen jährlichen Mitgliedsbeitrag, eine Transportgebühr, um deinen Körper nach deinem Tod in die Einrichtung zu bringen, und eine Gebühr für Behandlung/Lagerung/Wiederbelebung.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag bei Alcor beträgt etwa 700$, während die Transportgebühr zusammen mit der Gebühr für die Behandlung/Lagerung/Wiederbelebung abgerechnet wird, was insgesamt 200.000$ beträgt. Zudem bietet Alcor die Möglichkeit, den Körper zu entsorgen und nur das Gehirn einzufrieren (auch bekannt als „Neurokonservierung“), was den Preis auf 80.000$ senkt.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag bei CI beträgt 120$ (oder eine einmalige Gebühr von 1.250$ für eine lebenslange Mitgliedschaft), während die Behandlung mit allem drum und dran 35.000$ kostet (28.000$ für Mitglieder auf Lebenszeit). Dies ist aus zwei Hauptgründen viel billiger als Alcor:

Erstens beinhaltet es nicht den Transport. Wenn man in der Nähe der Einrichtung wohnt, kann man eine Menge Geld sparen. Wenn nicht, muss man über deren Partner einen Transportvertrag abschließen, der 95.000$ kostet (88.000$ für Mitglieder auf Lebenszeit).

Zweitens nutzt Alcor mehr als die Hälfte ihrer großen Gebühr für ihre sogenannte Patient Care Trust zur Finanzierung. Damals in den 70er Jahren gab es mehrere Kryonik-Firmen, von denen einige in Konkurs gingen, sodass ihre eingefrorenen Menschen nicht länger eingefroren werden konnten, was kein ideales Ergebnis war. Der Patient Care Trust von Alcor ist ein Sicherungsfonds, damit ihre „Patienten“ nicht von Dingen wie einer finanziellen Krise der Firma betroffen sind.

Schritt 3) Schließe eine Lebensversicherung auf den Namen deiner neuen Kryonikfirma ab

Klingt dubios, oder? Aber es macht auch Sinn. Sowohl Alcor als auch CI sind kleine Unternehmen mit einem ziemlich knappen Budget und keines von beiden kann es sich leisten, einen Zahlungsplan anzubieten, der hoffentlich von deinem Nachlass oder deinen Verwandten ausgezahlt wird. Auf der Patientenseite sind die Kryonik-Gebühren – sofern man nicht reich ist – sehr hoch, und eine Lebensversicherung, die garantiert, die volle Kryonik-Gebühr zu zahlen, zwingt einen dazu, für diese Gebühr sein Leben lang zu sparen. Für junge Leute sind große Lebensversicherungen jedoch recht günstig – mit CI könnte man für nur 300$/Jahr komplett abgesichert sein (120$ Jahresmitgliedschaft, 180$ Lebensversicherung zur Deckung der Hauptgebühr). Selbst für das teurere Paket von Alcor sollten die Kosten 100$/Monat nicht überschreiten.

Natürlich sind diese Gebühren immer noch ein nettes Sümmchen, aber durch die ganze Lebensversicherungssache – zumindest wenn es um jüngere Leute geht – kann man das Wort „reich“ ziemlich effektiv aus unserem schwarz-roten Satz herausstreichen. Wenn es dasselbe kostet wie Kabelfernsehen oder die Ausgaben eines Rauchers, muss man nicht reich sein, um das bezahlen zu können.

Schritt 4) Lege dein Armband an und lebe dein Leben

Kryonik-Mitglieder erhalten ein Armband und eine Halskette mit eingravierten Anweisungen und Kontaktinformationen, wovon man immer eines tragen sollte. Falls man dann plötzlich sterben sollte, weiß derjenige, der einen findet, sofort, dass er/sie die Firma benachrichtigen muss.

Schritt 5) Stirb

Okay, ab diesem Punkt wird es knifflig. Wir gehen davon aus, dass die Grenze zwischen Leben und Tod klar definiert ist und wir glauben, dass eine Person an einem gewissen Punkt entweder definitiv lebendig oder definitiv tot ist. Aber das wollen wir uns kurz genauer ansehen:

Besprechen wir zunächst, was es eigentlich bedeutet, wenn eine Person aus gesundheitlicher Sicht „todgeweiht“ ist. Ich denke, wir können uns alle darauf einigen, dass es davon abhängt, wo und wann jemand dem Tod geweiht ist. Ein dreijähriges Kind mit einer fortgeschrittenen Lungenentzündung wäre im Jahr 1740 vermutlich dem Tode geweiht gewesen, obwohl das gleiche Kind mit der gleichen Erkrankung heute womöglich komplett behandelt werden kann. Dasselbe könnte man über das Schicksal von jemandem sagen, der schwer erkrankt in einem abgelegenen Dorf in Malawi liegt, statt in London. Demnach hängt „todgeweiht“ von mehreren Faktoren ab.

Dass man das Gleiche über den „Tod“ sagen kann, ist zunächst ziemlich unintuitiv. Aber Max More, der CEO von Alcor, drückt es so aus: „Wenn man vor fünfzig Jahren die Straße entlanggelaufen wäre und jemand wäre vor einem umgekippt und hätte aufgehört zu atmen, hätte man ihn untersucht, für tot erklärt und entsorgt. Heute tun wir das nicht – stattdessen beleben wir sie wieder und lassen nichts unversucht. Menschen, die wir vor 50 Jahren für tot hielten, sind es heute nicht mehr.“

Heute bedeutet „tot“, dass das Herz für 4-6 Minuten aussetzte, denn nur so lange kann das Gehirn ohne Sauerstoff auskommen, bevor der Hirntod eintritt. Alcor erklärt jedoch in der wissenschaftlichen FAQ seiner Website: „Das Gehirn „stirbt“ nicht nach mehreren Minuten ohne Sauerstoff, weil es sofort zerstört wird. Stattdessen ist es eine Kaskade von Prozessen, die diese Zerstörung in den Stunden nach der Wiederherstellung der warmen Blutzirkulation zuführt. Eine Wiederherstellung des Kreislaufs mit kühlem statt warmem Blut, eine Wiederöffnung blockierter Gefäße mit hohem Druck, die Vermeidung einer übermäßigen Sauerstoffzufuhr und die Blockierung des Zelltods durch Medikamente können diese Zerstörung verhindern.“ Die Seite erklärt weiter, dass „warme Herzstillstände von mehr als 10 Minuten jetzt durch neue experimentelle Behandlungen ohne Hirnschädigung überlebt werden können. Zudem sollen zukünftige Technologien zur molekularen Reparatur die Grenzen der Wiederbelebung auf bis zu 60 Minuten oder darüber hinaus erhöhen und die heutigen Vorstellungen darüber, wann der Tod eintritt, obsolet machen.“

Mit anderen Worten, was wir für „tot“ halten, bedeutet unter den aktuellen Umständen eigentlich „dem Tode geweiht“. Jemand, der vor fünfzig Jahren einen Herzstillstand erlitt, war nicht tot, sondern dem Tode geweiht, weil die damalige Medizintechnik ihn nicht retten konnte. Heute würde diese Person jedoch noch nicht als tot betrachtet werden, weil sie erst dem Tode geweiht wäre. Stattdessen „stirbt“ heute jemand 4-6 Minuten nach dem Herzstillstand, weil das zufällig die Zeitspanne ist, die jemand derzeit überleben kann, bevor die moderne Technik ihm nicht mehr helfen kann.

Kryoniker betrachten den Tod nicht als ein singuläres Ereignis, sondern als einen Prozess – einen Prozess, der beginnt, wenn das Herz aufhört zu schlagen und an einem Punkt endet, der „das informationstheoretische Kriterium für den Tod“ genannt wird – kurz: „Info-Tod“. Dieser Info-Tod tritt ein, wenn das Gehirn so geschädigt ist, dass keine noch so große gegenwärtige oder zukünftige Technologie es in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen kann oder irgendeine Möglichkeit hätte, seine Informationen wiederherzustellen.

Man könnte es so sehen: Stelle dir einen Patienten vor, der mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus A, ein typisches modernes Krankenhaus, geliefert wird. Das Herz des Patienten hat 15 Minuten vor dem Eintreffen der Rettungssanitäter aufgehört zu schlagen und er wird im Krankenhaus sofort für tot erklärt. Aber was wäre, wenn die Ärzte im Krankenhaus A erfahren würden, dass Krankenhaus B auf der anderen Straßenseite eine radikale neue Technologie entwickelt hat, die einen Patienten jederzeit innerhalb von 60 Minuten nach einem Herzstillstand ohne Langzeitschäden wiederbeleben kann? Was würden die Leute im Krankenhaus A tun?

Natürlich würden sie den Patienten über die Straße ins Krankenhaus B rollen, um ihn zu retten. Wenn Krankenhaus B den Patienten gerettet hat, wäre der Patient per Definition in Krankenhaus A nicht wirklich tot gewesen, sondern nur für tot erklärt worden, weil Krankenhaus A ihn als vollständig und ausnahmslos dem Tode geweiht ansah.

Kryoniker gehen davon aus, dass in vielen Fällen, in denen ein Patient heute für tot erklärt wird, er nicht tot ist, sondern dem Tode geweiht, und dass es ein Krankenhaus B gibt, das ihn retten kann – aber nicht an einem anderen Ort, sondern in einer anderen Zeit; in der Zukunft.

Und darum beteuern Kryoniker unerbittlich, dass es bei Kryonik nicht um tote Menschen geht – es geht um lebende Menschen, die lediglich in ein zukünftiges Krankenhaus gebracht werden müssen, um gerettet zu werden. Sie glauben, dass die Leiche von heute in vielen Fällen der Patient von morgen ist (deshalb nennen sie ihre eingefrorenen Kunden auch „Patienten“ statt „Leichen“ oder „Überreste“) und betrachten ihre Arbeit daher im Wesentlichen als „erweiterte Notfallmedizin”.

Allerdings ist es eine Notfallmedizin mit einem wichtigen Vorbehalt. Da es mit der heutigen Technik keine Möglichkeit gibt, einen kryokonservierten Patienten wiederzubeleben, wird es vom Gesetz her nicht als medizinischer Eingriff betrachtet, sondern eher als eine seltsame Art von Sarg – d.h. wenn man jemanden kryokonserviert, der noch nicht für tot erklärt wurde, wird es vom Gesetz her als Mord angesehen. Selbst wenn der Patient unheilbar krank ist und nicht möchte, dass sich der Zustand weiter verschlechtert, bevor er kryokonserviert wird, ist das keine Option – zumindest nicht nach den aktuellen Gesetzen (die manche versuchen zu ändern). Das bringt Kryoniker in eine schwierige Lage – und genau hier kommt die unterschiedliche Definition des Tods ins Spiel.

Das Gesetz sieht den Tod nicht als einen Prozess an. Für lange Zeit wurde man in den USA für tot erklärt, wenn der Herzschlag und die Atmung eines Menschen aussetzten. Als dann moderne medizinische Verfahren wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und Defibrillatoren zum Einsatz kamen, um eine Wiederbelebung dieser Patienten zu ermöglichen, musste das Gesetz die Definition des legalen Todes dahingehend ändern, dass es nun „den nicht umkehrbaren Stillstand aller Hirnfunktionen“ umfasst. Die bisherige Definition von „Herzschlag und Atmung“ des legalen Todes wird jetzt als „klinischer Tod“ bezeichnet – ein Mittelweg, bei dem in den meisten Fällen die Verpflichtung besteht, Wiederbelebungsversuche zu unternehmen, bei denen jedoch auch ein Verzicht auf Wiederbelebung (VaW-Anordnung) bestehen kann (üblich bei unheilbar kranken Patienten). In VaW-Fällen wird ein Arzt oder eine Krankenschwester einen klinisch toten Patienten für legal tot erklären – auch wenn eine Wiederbelebungsmaßnahme ihn noch wiederbeleben könnte.

Dies ist ein kritischer Punkt für Kryonik: Kryoniker müssen bis zum legalen Tod warten, um den Patienten übernehmen zu können, aber mit Hilfe der VaW-Anordnung können sie den Prozess gleich nach dem Herzstillstand eines Patienten beginnen, lange bevor ein Hirnschaden einsetzt.

Dies ist also das Arbeitsfenster für Kryonik:

Womit wir wieder bei unserer Liste wären, wo wir nun mit Schritt 5 klären können, was wir wirklich meinen:

Kryoniker sehen den Tod als Prozess, nicht als Moment

Schritt 5) Sterbe gesetzlich

Der gesetzliche Tod ist hier ein wichtiger Schritt, den man nicht vermasseln sollte. Sterben kann man auf die gute, die schlechte oder die ganz schlechte Art.

Die gute Art: Etwas Vorhersehbares wie Krebs, bei dem du in einer klischeehaften Situation im Sterbebett liegst. Damit kannst du dich in ein Flugzeug nach Scottsdale (Alcor) oder Michigan (CI) setzen und in eine der speziell dafür vorgesehenen Hospizeinrichtungen begeben, mit denen das Kryonik-Unternehmen regelmäßig zusammenarbeitet. Dies ist wichtig, weil Kryonik innerhalb der medizinischen Gemeinschaft sehr umstritten ist und oft nicht gut angesehen oder verstanden wird. Infolgedessen sind einige Krankenhäuser und Hospizeinrichtungen „kryonikfreundlich“ und andere wiederum nicht (Krankenhäuser, die es nicht sind, sind dafür bekannt, es den Kryonikern schwer machen oder verweigern ihnen die gleichen Privilegien, die Organtransplantations-Spezialisten in einem Krankenhaus haben). Sobald du in der Hospizpflege bist, kann die Kryonik-Firma rund um die Uhr ein Personal auf Standby bereitstellen, so dass sie in der Sekunde, in der du gesetzlich stirbst, direkt vor Ort mit der Behandlung beginnen können.

Die schlechte Art: Etwas Plötzliches und Unerwartetes wie ein Herzinfarkt, bei dem im besten Fall jemand da ist und die Kryonik-Firma kontaktieren kann, während du ins Krankenhaus gebracht wirst. Noch schlimmer wäre es, wenn du bereits für ein paar Stunden oder sogar länger tot bist, bevor dich jemand findet. Unter diesen Umständen wird die Kryonik-Firma alles tun, was sie kann. Dein Gehirn wird sich zwar in einem schlechteren Zustand befinden als ideal wäre, wenn du kryokonserviert wirst, aber auch hier gilt: Wer weiß, was die zukünftige Technologie erreichen kann. Und solange du noch irgendwo im „Kryonik-Fenster“ und dem Sterbeprozess liegst – also noch nicht den Info-Tod erreicht hast – besteht noch Hoffnung.

Die ganz schlechte Art: Ein gewaltsamer Unfall oder etwas, bei dem dein Gehirn schwer beschädigt wird. In den schlimmsten dieser Fälle kann Kryonik nicht viel tun – wie bei dem Alcor-Mitglied, das bei den Anschlägen vom 11. September starb. Ein anderes schlimmes Ende wäre, in einer Situation zu sterben, in der die Polizei eine Autopsie durchführen möchte (Alcor schlägt seinen Mitgliedern vor, bei der Regierung das Formular „Keine Autopsie aus religiösen Gründen“ einzureichen). Eine Frau, die sich für die Kryonik angemeldet hat, machte ein Reddit AMA, und auf die Frage, wie die Anmeldung ihr Leben verändert hat, antwortete sie: „Die größte Veränderung bemerke ich darin, dass ich vorsichtiger bin. Ich fahre langsamer, vorsichtiger und aufmerksamer und ich achte mehr darauf, was um mich herum passiert.“ Denn sie will nicht auf die wirklich schlimme Art sterben.

Schritt 6) Werde so schnell wie möglich gekühlt und zur Kryonik-Einrichtung gebracht

Nachdem du gesetzlich für tot erklärt worden bist, wird das Kryonik-Team im Idealfall sofort loslegen. Erstens bereiten sie ein Eiswasserbad vor, um deine Temperatur zu senken und den Stoffwechsel zu verlangsamen (sodass jegliche Schäden, die durch den Herzstillstand entstehen, später eintreffen). Dann bringen sie dein Herz und deine Lunge wieder in Gang, damit der Körper in einem stabilen Zustand bleibt. Das tun sie mithilfe einer HLU (wie HLW, aber mit einem U für Unterstützung statt einem W für Wiederbelebung, weil sie nicht versuchen, dich wiederzubeleben). Dazu verwenden sie ein mechanisches Herz-Lungen-Wiederbelebungsgerät namens Thumper:

Ein Thumper hält Kryonik-Patienten während Standby und Kryoprotektion in stabilem Zustand

Dann spritzen sie dir ein paar Medikamente, um sicherzustellen, dass du keine Blutgerinnsel bekommst oder anfängst du verwesen.

Sobald das unter Kontrolle ist, nehmen sie einen etwas aufwändigeren Eingriff vor, bei dem die großen Blutgefäße in deinem Oberschenkel chirurgisch zugänglich gemacht und mit dieser Maschine verbunden werden:

Eine Herz-Lungen-Maschine, die zur Kryoprotektion im Standby für Kryonik-Patienten eingesetzt wird

Das ist eine Herz-Lungen-Maschine, die sich um den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung kümmert, die den vorherigen gröberen HLU-Vorgang übernimmt. Zusätzlich zum Blutkreislauf entzieht die Maschine deinem Körper Wärme, kühlt ihn auf eine Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt von Wasser ab und ersetzt ein paar deiner Blutkörperchen durch eine Organkonservierungslösung, die das Leben bei extrem niedrigen Temperaturen ermöglicht (dies ähnelt der Methode, wie Transplantationschirurgen Organe am Leben erhalten, wenn sie sie über lange Strecken transportiert werden müssen).

Und wenn du in die Kryonik-Einrichtung geflogen werden musst, packen sie dich in Eis und setzen dich an Bord eines Flugzeugs, von dem sie hoffen, dass es nicht dein letzter Flug sein wird.

Schritt 7) Werde vitrifiziert (verglast)

Die meisten Leute glauben, dass man bei der Kryokonservierung eingefroren wird. Aber das stimmt nicht; es bedeutet, vitrifiziert zu werden.

Glas ist seltsam. Es ist kein typischer Feststoff, denn wenn es aus seiner flüssigen Phase abkühlt, kristallisiert es nie zu einer geordneten Struktur. Aber – wie ich schmerzhaft erfahren musste, als mich haufenweise Kommentare nach der Veröffentlichung dieses Beitrags angeflamed haben – ist es auch nicht wirklich eine Flüssigkeit, da es nicht fließt. Es ist also weder ein typischer Feststoff noch eine Flüssigkeit; es ist ein „amorpher Feststoff“, der manchmal mit einem riesigen Molekül verglichen wird. Für unsere Zwecke ist wichtig, dass Glas nicht wie eine Flüssigkeit kristallisiert – vielmehr bewegen sich die Moleküle beim Abkühlen immer langsamer, bis sie stehen bleiben.

Wenn man einen Menschen einfrieren würde, würde das gesamte flüssige Wasser in seinem Körper irgendwann seinen Gefrierpunkt erreichen und zu einem Feststoff kristallisieren. Das wäre nicht gut – erstens hat Eis etwa 9% mehr Volumen als Wasser, so dass es sich ausdehnen und das Gewebe stark beschädigen würde, und zweitens würden die scharfen Eiskristalle die Zellmembranen und anderes Gewebe um sie herum durchschneiden.

Um also diesen katastrophalen Wechsel von flüssigem zu festem Zustand zu vermeiden, kamen die Kryotechniker auf eine coole Idee: Sie operieren am Brustkorb und schließen die großen Arterien an Schläuche an, die das gesamte Blut aus dem Körper pumpen und durch ein „Kryoprotektionslösung“ ersetzen, welches auch als medizinisches Frostschutzmittel bekannt ist. Dies bewirkt zwei wichtige Dinge: Es ersetzt 60% des Wassers in den Körperzellen und es senkt den Gefrierpunkt der verbleibenden Flüssigkeit. Perfekt durchgeführt findet im Körper kein Einfrieren statt. Stattdessen wird dein Körper in den nächsten drei Stunden immer weiter heruntergekühlt, bis er -124ºC erreicht, ein Schlüsselpunkt, der als „Glasübergangstemperatur“ bezeichnet wird. Hier bleibt die Körperflüssigkeit amorph, aber in ihrer Viskosität steigt sie so hoch an, dass sich kein Molekül mehr bewegen kann. Offiziell bist du dann ein amorpher Festkörper, wie Glas – sprich, du bist vitrifiziert.

Ohne die Bewegung der Moleküle kommt die gesamte chemische Aktivität in deinem Körper zum Stillstand. Die biologische Zeit wird angehalten. Dein Leben wurde pausiert.

Da du sicher skeptisch bist, ist es hilfreich zu wissen, dass die Vitrifizierung biologischer Teile nichts Neues ist. Schon seit einiger Zeit werden menschliche Embryonen, Sperma, Haut, Knochen und andere Körperteile erfolgreich vitrifiziert und dann wieder aufgewärmt. Erst kürzlich haben Wissenschaftler eine Kaninchenniere vitrifiziert:

Eine gefrorene Kaninchenniere neben einer vitrifizierten Kaninchenniere

Dann haben sie die Niere wieder aufgewärmt und zurück in den Hasen gesteckt. Und: Sie funktionierte immer noch.

Erst im Februar 2016 gab es einen Durchbruch in Kryonik, als Wissenschaftler zum ersten Mal das Gehirn eines Kaninchens kryokonservierten und zeigten, dass es nach dem Wiederaufwärmen „bezüglich der Zellmembranen, Synapsen und intakten intrazellulären Strukturen“ in einem nahezu perfektem Zustand war. „[Es war] das erste Mal, dass eine Kryokonservierung nachweislich in der Lage war, alles zu schützen, was mit Lernen und dem Gedächtnis verbunden ist.“

Sobald du vitrifiziert bist, wirst du noch weiter heruntergekühlt, bis du nach etwa zwei Wochen -196ºC erreicht hast. Und warum? Weil das der Punkt ist, an dem Stickstoff flüssig wird und du ein schönes Langzeitbad in flüssigem Stickstoff nehmen kannst.

Schritt 8) Ab ins Lager

Oder wie Alcor es euphemistisch nennt: Die „Langzeitpflege“. Dort kommt dein neu vitrifiziertes Selbst in das, was im Wesentlichen eine große aufrechte Thermoskanne ist, die ungefähr 3 Meter hoch und einen Meter breit ist.

Thermodewars für die Langzeitlagerung von Kryonik-Patienten

Dort triffst du dann auch deine neuen Nachbarn – drei weitere vitrifizierte Menschen, die jeweils ihren eigenen Quadranten der Thermoskanne belagern und fünf Menschen, die ohne Körper unterwegs sind und deren Köpfe in der mittleren Reihe gestapelt sind.

Kryonik-Patienten werden in Dewars gelagert, die mit flüssigem Stickstoff gefüllt sind

Oder, wenn du in eine Thermoskanne kommst, die nur Köpfe enthält, bist du eines von 45 Gehirnen, die sich den Raum teilen (im Grunde wird das Gehirn aufbewahrt, aber es bleibt im Kopf, weil es riskanter ist, das Gehirn zu entfernen, als es einfach drin zu lassen und den Kopf als Transportkoffer zu benutzen).

Oh, und du stehst übrigens auf dem Kopf. Das liegt daran, dass flüssiger Stickstoff allmählich von der Oberseite des Behälters verdampft. Normalerweise ist das kein Problem, da das Personal ihn etwa einmal pro Woche auffüllt, aber wenn ein Container im schlimmsten Fall für längere Zeit unbeaufsichtigt bleiben würde, wäre der Kopf als letztes betroffen – bei Patienten, die auf dem Kopf stehen, würde es sechs Monate dauern, bis der Stickstoff so weit abgekühlt ist, dass der Kopf freigelegt wird.

Und bei Stromausfällen sind Kryonik-Patienten völlig sicher – bei ihrer Lagerung ist kein Strom im Spiel.

Und hier wirst du dann verbleiben. Vielleicht für 10 Jahre. Vielleicht für 150 Jahre. Oder vielleicht sogar für 1.200 Jahre. Aber die Zeit spielt für dich keine Rolle – dein Körper wurde pausiert.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, einen Schritt zurückzutreten und das große Ganze zu betrachten. Wenn Punkt A: „Ich habe beschlossen, mich für die Kryonik anzumelden“ und Punkt B: „Oh cool, es ist das Jahr 2482 und hier bin ich“ lautet, dann gibt es vier wichtige „Wenns“, die alle in die richtige Richtung gehen müssen, um dich von A nach B zu bringen:

1) Wenn ich rechtlich auf eine nicht wirklich schlimme Art und Weise sterbe und alles wie geplant läuft, um mich in die Thermoskanne zu bekommen

und

2) Wenn die zukünftige Menschheit jemals einen Punkt erreicht, an dem sie die Technologie hat, um mich bei voller Gesundheit wiederzubeleben

und

3) Wenn die Kryonik-Firma es schafft, mich bis zu diesem Zeitpunkt sicher und ununterbrochen aufzubewahren

und

4) Wenn der Punkt kommt, an dem die Außenwelt tatsächlich Maßnahmen ergreift, um mich wiederzubeleben

dann wird es mich im Jahr 2482 noch geben.

Die acht Schritte, die mit der Auswahl einer Kryonik-Firma beginnen und mit dir in der Thermoskanne enden, vollenden nur das erste Wenn, wobei alle anderen Wenns noch zwischen dir und dem nächsten Schritt deiner Kryonik-Reise stehen: der Wiederbelebung.

Um zu verstehen, wie wir diesen letzten Schritt erreichen können, müssen wir den Umgang mit allen vier Wenns verstehen.

Beginnen wir mit den ersten drei Wenns, die zusammen besprochen werden müssen, weil sie sowohl voneinander abhängig sind als auch zusammenarbeiten. Um dies zu verdeutlichen, kannst du dir diese Grafik ansehen:

Hochwertige Kryokonservierung und fortschrittliche zukünftige Wiederbelebungstechnologie bestimmen den Erfolg Kryonik

Die drei Segmente dieser Linie beziehen sich auf die Wenns 1, 2 und 3. Allerdings ist diese Darstellung zunächst etwas irreführend, denn obwohl alle drei Segmente auf derselben Linie liegen, repräsentieren sie alle unterschiedliche Konzepte:

  • Das blaue Segment (Wenn 1) steht für die Qualität deiner Erstkonservierung.
  • Das gelbe Segment (Wenn 2) steht für die Möglichkeiten der Medizintechnik im Wandel der Zeit.
  • Das grüne Segment (Wenn 3) steht für die Zeit, die noch benötigt wird, um die Lücke zwischen dem blauen und dem gelben Segment zu überbrücken, bevor sie schließlich miteinander verbunden werden können.

Die Idee ist folgende: Je besser du konserviert wurdest, desto weiter dehnt sich das blaue Segment nach rechts aus, und da die Technologie immer besser wird, bewegt sich das gelbe Segment immer weiter nach links in Richtung des blauen Segments. Das grüne Segment wird dabei immer kleiner, bis es schließlich nicht mehr existiert und sich das blaue und das gelbe Segment verbinden – an diesem Punkt hat die Medizintechnik dann den Punkt erreicht, dich wiederbeleben zu können.

Hier kommen viele der wichtigsten Details über Kryonik zusammen, sodass wir uns jedes einzelne dieser Segmente noch etwas genauer ansehen werden:

Das blaue Segment - die Qualität deiner Konservierung (die sich auf Wenn 1 bezieht)

Dieses Segment repräsentiert die Qualität deiner Kryokonservierung

Die Länge des blauen Segments entspricht der Qualität der Konservierung. Oder einfacher ausgedrückt: Je weniger Hindernisse zwischen deinem vitrifizierten Zustand in der Thermoskanne und deinem vollständig wiederhergestellten und gesunden Ich liegen, desto länger ist das blaue Segment – denn wenn alles, was vor deinem Langzeitbad in der Thermoskanne passiert, so gut wie möglich abläuft, ist der Weg zu Punkt B länger, was bedeutet, dass das gelbe Segment seinerseits weniger Arbeit leisten muss, um dich wiederzubeleben.

Unterschiedliche Zeit bis zum Erfolg der Kryonik je nach Qualität der Kryokonservierung

Hauptsächlich wird die Länge des blauen Segments dadurch bestimmt, wie sehr die atomare Struktur deines vitrifizierten Gehirns der ursprünglichen atomaren Struktur deines Gehirns gleicht, als es noch lebendig und gesund war.

Beachte, dass ich „Gehirn“ und nicht „Körper“ gesagt habe, weil es uns hier hauptsächlich um das Gehirn geht. Wie viele von uns glauben auch Kryoniker, dass der, der man ist, auf das Gehirn zurückzuführen ist. Wenn also dein identisches aktuelles Gehirn in der Zukunft in einem synthetischen Körper leben könnte und deine Erinnerungen und deine Persönlichkeit dabei vollständig intakt wären, würden Kryoniker zufrieden sagen, dass du „überlebt“ hast. Deshalb machen sich manche Leute auch gar nicht erst die Mühe, ihren Körper vitrifizieren zu lassen.

Der zweite Punkt ist, dass Wissenschaftler glauben, dass das Kurzzeitgedächtnis in der Gehirnaktivität enthalten ist – und zwar in der Elektrizität, die durch unser Gehirn fließt. Das Langzeitgedächtnis sowie deine Persönlichkeit, dein Wissen und alles andere, was dich zu „dich“ macht, ist dagegen in der Gehirnstruktur enthalten – d.h. in der besonderen Anordnung der Atome, aus denen dein Gehirn besteht.

Jegliche elektrische Aktivität, die vor deinem gesetzlichen Tod in deinem Gehirn stattfand, geht während der Vitrifikation verloren, so dass du ohne ein Kurzzeitgedächtnis an das Ende deines Lebens vor der Vitrifikation wiederbelebt werden würdest. Was die Vitrifikation jedoch bewahren kann, ist die Struktur deines Gehirns, was praktischerweise das ist, worauf es ankommt.

Dieses Konzept gibt uns ein klareres Verständnis darüber, wie Kryoniker den Tod sehen. Für Kryoniker bedeutet eine perfekte Gesundheit, dass die exakte Anordnung der Atome in deinem gesunden Gehirn intakt ist. Der Sterbeprozess sorgt für eine Verschlechterung dieser Anordnung aufgrund von Phänomenen wie Alterung, Verletzung, Krankheit und schließlich Auswirkungen, die durch Herzstillstand verursacht werden. Für sie bedeutet der Tod den Punkt, an dem die ursprüngliche Struktur deines Gehirns so desorganisiert ist, dass selbst das ausgeklügeltste zukünftige Wissenschaftslabor keine Möglichkeit hätte, herauszufinden, wie die ursprüngliche Anordnung aussah – das ist die Definition des Info-Todes.

Das Konzept des Info-Tods macht Sinn, wenn wir das Gehirn mit der Festplatte eines Computers vergleichen. Eliezer Yudkowsky erklärt, wie schwierig es tatsächlich ist, eine Computerfestplatte zum Info-Tod zu bringen:

Wenn man eine Festplatte sicher löschen möchte, kann man sie nicht einfach mit Nullen überschreiben. Natürlich wird so eine „gelöschte“ Festplatte den Computer nicht mehr hochfahren, wenn man sie einfach wieder anschließt. Aber wenn die Festplatte in die Hände eines Spezialisten mit einem Rastertunnelmikroskop fällt, kann dieser den Unterschied zwischen „das war eine 0 überschrieben mit einer 0“ und „das war eine 1 überschrieben mit einer 0“ erkennen.

Es gibt Programme, die für das „sichere Löschen“ von Festplatten mit vielen Überschreibungen von 0en, 1en und Zufallsdaten werben. Aber wenn Sie das Geheimnis Ihrer Festplatte vor allen möglichen zukünftigen Technologien, die jemals entwickelt werden könnten, schützen wollen, sollten Sie sie mit Thermit übergießen und in Brand setzen. Nur so kann man wirklich sicher sein.

Er wendet die gleiche Logik auf das menschliche Gehirn an, um anzumerken, dass Kryonik-Patienten eines Tages wiederbelebt werden können:

Jemanden mit Gefrierschutzmittel vollzupumpen und seine Temperatur allmählich abzusenken, sodass er in flüssigem Stickstoff gelagert werden kann, ist kein sicherer Weg, eine Person auszulöschen.

Mit anderen Worten, man kann davon ausgehen, dass die besten zukünftigen Neurowissenschaftler so gut darin werden, die ursprüngliche Struktur eines beschädigten vitrifizierten Gehirns zu lesen, dass eine typische Kombination aus Alterung, Krankheit, Herzstillstand und Vitrifikation sie wahrscheinlich nicht „umhauen“ kann. Und für Kryoniker gilt: Wenn zukünftige Wissenschaftler dein vitirifiziertes Gehirn untersuchen und herausfinden können, wie es eigentlich aussehen sollte, bist du per se nicht tot.

Die Länge des blauen Segments - die Konservierungsqualität - wird von drei Dingen beeinflusst:

  1. Wie viel Schaden passiert ist, bevor du gesetzlich gestorben bist. Wie alt warst du, als du gestorben bist? Wie stark war dein Gehirn zu diesem Zeitpunkt bereits geschädigt? Hast du an einer Demenz verursachenden Krankheit wie Alzheimer gelitten und wie viel dauerhaften Schaden hat diese Krankheit angerichtet? Hat deine Todesursache dein Gehirn beschädigt (wie Hirntumor oder eine Kopfverletzung) oder war dein Gehirn unversehrt?
  2. Wie viel Schaden zwischen deinem gesetzlichen Tod und dem Arbeitsbeginn des Kryonik-Teams entstanden ist. Im Idealfall bleibt dein Herz stehen und du wirst stabilisiert und auf Eis gelegt, bevor irgendwelche Veränderungen in deinem Gehirn auftreten können. Oft ist das jedoch nicht der Fall, sodass jede unbeaufsichtigte Minute, die nach dem gesetzlichen Tod vergeht, einen großen Einfluss auf das Gehirn hat, wodurch die Länge des blauen Segments verkürzt wird. Allerdings glauben Kryoniker dass der wahre Info-Tod erst viele Stunden oder sogar erst Tage nach dem gesetzlichen Todeszeitpunkt eintritt, sodass auch Menschen kryokonserviert werden können, die bereits eine Weile „tot“ waren, bevor sie gefunden worden sind.
  3. Wie viel Schaden während des Vitrifikationsprozesses entstand. Auch die derzeitige Vitrifikation verursacht Schäden am Gehirn. Die Kryonik-Forschung konzentriert sich hauptsächlich auf die Abschwächung dieses Faktors, der seit Anfang der 1970er Jahren drastisch verbessert wurde – die Bilderserie am Ende dieser Seite zeigt die Fortschritte, die gemacht wurden.

Das gelbe Segment - der Stand des medizinisch-technischen Fortschritts im Laufe der Zeit (der sich auf Wenn 2 bezieht)

Fortschrittliche zukünftige Technologie, die in der Lage ist, Kryonik-Patienten wiederzubeleben

Mit dem Fortschritt der Medizintechnik wächst das gelbe Segment – aber während sich das blaue Segment nach rechts ausdehnt, erstreckt sich das gelbe Segment nach links. Der springende Punkt ist, dass die Technologie irgendwann so gut wird, dass das gelbe Segment auf das blaue Segment trifft und man offiziell wiederbelebungsfähig wird.

Ein paar Fragen:

Wird Wenn 2 überhaupt passieren? Wird die Technologie jemals den Punkt erreichen, an dem man wiederbelebt werden kann?

Unter der Annahme, dass Wenn 1 eintreffen wird, glauben Kryoniker, dass Wenn 2 eines Tages vermutlich auch möglich ist. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie Wenn 2 völlig fehlschlagen kann:

  1. Aus irgendeinem Grund hören die Menschen auf, an medizintechnischen Fortschritten zu arbeiten, bevor Sie den Wenn 2-Schlüsselpunkt erreichen.
  2. Die Menschheit stirbt aus, bevor der Wenn 2-Schlüsselpunkt erreicht werden konnte.

Abgesehen von diesen beiden Situationen, sollte Wenn 2 irgendwann eintreffen. In der Theorie sollte man mit genügend Zukunftstechnologie eines Tages wiederbelebt werden können.

Wann wird Wenn 2 eintreffen? Wie lange wird es dauern, bis ich wiederbelebt werde?

Dieser Teil hängt davon ab, wie groß die technologische Herausforderung der kryonischen Wiederbelebung ist und wie schnell die Technologie voranschreitet – aber es hängt auch davon ab, wie gut Wenn 1 gelaufen ist. Wie wir gerade besprochen haben, gilt: Je besser Wenn 1 läuft, desto eher passiert Wenn 2.

Wie wird Wenn 2 passieren? Welche zukünftige Technologie könnte in der Lage sein, vitrifizierte Menschen wiederzubeleben?

Nun, das hängt davon ab, was wir mit Wiederbelebung meinen. Kryoniker scheinen einen Plan A und einen Plan B zu haben.

Plan A: Wiederherstellung des vitrifizierten Patienten als gesunden Menschen

Bei Plan A besteht die Wiederbelebung darin, die Struktur des vitrifizierten Gehirns wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen – also alle Atome dorthin zu bringen, wo sie hingehören. Um das zu tun, braucht man zwei Dinge:

  1. Die Information, wohin die Atome gehen sollen
  2. Eine Möglichkeit, die Atome dorthin zu bringen, wo sie hingehören

Der erste Punkt ist mit dem heutigen Vitrifikationsverfahren erledigt, vorausgesetzt, die Neurowissenschaftler der Zukunft sind wirklich gut darin, den ursprünglichen Zustand eines Gehirns aus den Informationen zu entschlüsseln, die sie durch die Untersuchung des vitrifizierten Gehirns sammeln können.

Der zweite Punkt erfordert die molekulare Nanotechnologie. Für eine schnelle Nanotech-Übersicht klaue ich einen Teil eines blauen Kastens aus dem AI Post:

Nanotechnologie Infobox

Die Nanotechnologie ist die Technologie, die sich mit der Manipulation von Materie beschäftigt, die zwischen 1 und 100 Nanometern groß ist. Ein Nanometer ist ein Milliardstel eines Meters oder ein Millionstel eines Millimeters, und dieser Bereich von 1 bis 100 umfasst Viren (100 nm Durchmesser), DNA (10 nm Breite) und andere Dinge wie die großen Moleküle Hämoglobin (5 nm) und die mittelgroßen Moleküle Glukose (1 nm). Wenn wir die Nanotechnologie vollständig gemeistert haben, wird der nächste Schritt darin bestehen, einzelne Atome manipulieren zu können, die noch eine Größenordnung kleiner sind (~.1 nm).4

Um zu verstehen, wie groß die Herausforderung einer Manipulation von Materie in diesem Bereich ist, betrachten wir den gleichen Fall in einem größeren Maßstab. Die Internationale Raumstation befindet sich 431 km (268 mi) über der Erde. Wenn die Menschen so groß wären, dass ihre Köpfe bis zur ISS reichen würden, wären sie etwa 250.000 Mal größer als jetzt. Wenn man den Nanotech-Bereich von 1nm - 100nm 250.000 Mal größer macht, erhält man 0,25mm - 2,5cm. Die Nanotechnologie ist also das Äquivalent zu einem menschlichen Riesen, der so groß ist wie die ISS und herausfinden will, wie man komplizierte Objekte aus Materialien zwischen der Größe eines Sandkorns und eines Augapfels zusammenbauen kann. Um die nächste Stufe zu erreichen – die Manipulation einzelner Atome – müsste der Riese Objekte, die nur 1/40 mm groß sind, sorgfältig positionieren können - so klein, dass ein normal großer Mensch ein Mikroskop bräuchte, um sie zu sehen.5

Nanotech wurde erstmals 1959 von Richard Feynman in einem Vortrag diskutiert, als er erklärte: „Soweit ich das sehe, sprechen die Prinzipien der Physik nicht gegen die Möglichkeit, etwas Atom für Atom manövrieren zu können. Es wäre im Prinzip möglich ... für einen Physiker, jede chemische Substanz zu synthetisieren, die der Chemiker aufschreibt.... Und wie? Indem man die Atome dort absetzt, wo der Chemiker es sagt, und so die Substanz herstellt.“ So einfach ist das. Wenn man herausfindet, wie man einzelne Moleküle oder Atome umherbewegen kann, kann man buchstäblich alles herstellen. Eine Nanotechnologie, die so weit fortgeschritten ist, dass wir auf atomarer Ebene konstruieren können, wird molekulare Nanotechnologie (MNT) genannt.
Die Menschheit hat die MNT noch nicht gemeistert und Wissenschaftler streiten darüber, wie lange die Menschheit noch brauchen wird, um dorthin zu gelangen. Aber wenn es soweit ist, könnten wir auf die heutige Technologie als furchtbar primitiv zurückblicken – wie das Bild, das der Wissenschaftler Ralph Merkle gezeichnet hat: „Die heutigen Fertigungsmethoden sind auf molekularer Ebene sehr grob. Gießen, Schleifen, Fräsen und sogar die Lithografie bewegen Atome in großen donnernden statistischen Herden. Es ist, als würde man versuchen, mit Boxhandschuhen Dinge aus LEGO-Steinen zu bauen. Natürlich kann man die LEGO-Steine in große Haufen verschieben und aufstapeln, aber man kann sie nicht wirklich so zusammensetzen, wie man es gerne hätte.“

MNT wird in unvorstellbar vielen Bereichen neue Wege bereiten – auch in der Medizin. Eine Gehirnsynapse ist nur eine bestimmte Konfiguration von Atomen. Wenn wir also die Möglichkeit haben, Atome zu bewegen und sie dort zu platzieren, wo wir wollen, können wir eine beschädigte Synapse perfekt „reparieren“. Kryoniker glauben, dass die MNT der Schlüssel für die zukünftige Wiederbelebung und Wiederherstellung von Kryonik-Patienten ist.

Viele Leute gehen beim Thema Wiederbelebung davon aus, dass man als die alte und sterbende Person wiederbelebt wird, die man vor der Vitrifikation war. Aber das ist nicht der Plan. Wenn wir an den Punkt kommen, an dem wir eine so unglaubliche Technologie haben, dass wir Atome bewegen und damit jemanden wiederbeleben können, sollten wir auch die Technologie haben, diesen Menschen zu reparieren und zu verjüngen. Für jemanden, der vor der Thermoskanne im Sterben lag, würde eine erfolgreiche Wiederbelebung nicht nur bedeuten, dass der Krebs wahrscheinlich schon längst besiegt ist, sondern wahrscheinlich auch der Alterungsprozess.

Entsprechend sollten wir zu diesem Zeitpunkt auch in der Lage sein, entweder den vitrifizierten Körper des Patienten zu verjüngen oder einfach einen neuen, perfekt funktionierenden Körper herzustellen. Aaron Drake, Leiter der medizinischen Abteilung von Alcor, erklärt: „Wir wissen, dass wir ein kleines Organ regenerieren und ein neues Herz wachsen lassen können. Wir wissen, dass wir Zellen und Herzen dreidimensional drucken können. Irgendwann müssten wir also den gesamten Körper oder zumindest dessen Organe regenerieren und alles zusammensetzen können. Dann müssten wir nur noch das Gehirn in einen neuen Körper transplantieren.“

Plan B: Hochladen der Gehirndaten der Person in eine virtuelle Welt

Plan B teilt die erste Anforderung von Plan A – die Information darüber, wo die Atome hinkommen sollen – aber nicht, wie sie physisch zusammengebaut werden müssen. Stattdessen stützt sich Plan B auf eine hypothetische Zukunftstechnologie namens „Whole brain emulation“ (Ganzhirn-Emulation), bei der eine komplette Gehirnstruktur mit so perfekter Genauigkeit auf einen Computer hochgeladen werden kann, dass alles an der Person intakt und in einer virtuellen Welt lebt.

Klingt nach jeder Menge Spaß, oder?

Das ist eine Option, wenn die physische Wiederbelebung zu schwierig ist oder sie in einer so fernen Zukunft liegt, wo die physische Welt eigentlich schon völlig aus der Mode gekommen ist. Wenn die Menschen es irgendwie schaffen, das ganze Gehirn zu emulieren, könnte man wiederbelebt werden und in einer magischen virtuellen Welt aufwachen, wo man bei vollem Bewusstsein ist und nicht mehr an die Grenzen und Schwachstellen der Biologie und der physischen Welt gebunden ist. Aber bitte.

Während sowohl Plan A als auch B immense technologische Hürden erfordern, betonen Kryoniker, dass beide Optionen theoretisch möglich sind.

Das grüne Segment - die Zeit, die du sicher im Lager bleiben musst, bevor die Technologie dich wiederbeleben kann (was sich auf Wenn 3 bezieht)

Die Zeit, die benötigt wird, bis die zukünftige Technologie einen Kryonik-Patienten wiederbeleben kann

Die Aufgabe des grünen Segments ist einfach: alles zusammenhalten, bis sich das gelbe Segment mit dem blauen verbindet.

Was könnte also Wenn 3 durcheinanderbringen? Was könnte die Möglichkeit sabotieren, eine vitrifizierte Person so lange wie nötig in flüssigem Stickstoff baden zu lassen?

Eine ganze Menge. Zum Beispiel:

Die Kryonik-Firma baut Mist. Eine durch menschliches Versagen verursachte Katastrophe – z. B. ein Riss in einem Thermobehälter, durch den Wärme eindringt, die den gesamten flüssigen Stickstoff verdampfen lässt, bevor das Personal überhaupt merkt, was passiert ist.

Die Kryonik-Firma geht bankrott und hat nicht die Mittel, den Willen oder die Organisation, einen Plan zur Rettung der Patienten zu erstellen. Wie bereits erwähnt ist dies bei manchen Unternehmen bereits passiert. Heute behaupten die großen Unternehmen, sichere Backup-Pläne für den Fall des Falles zu haben, was einen Großteil des Vertrauens zu Alcor ausmacht.

Eine Naturkatastrophe. Ein Erdbeben, Tornado oder ähnliches könnte das Gebäude, in dem die Thermoskannen aufbewahrt werden, bis zur Unkenntlichkeit zerstört werden. Nun befindet sich keines der großen US-Kryonik-Unternehmen an einem Ort, der besonders anfällig für Naturkatastrophen ist – Alcor befindet sich in Scottsdale, Arizona, weil dieser Ort in den USA am wenigsten von Naturkatastrophen bedroht ist. Und selbst wenn eine Naturkatastrophe eintreten sollte, könnten die Patienten wohlauf sein – die Thermoskannen sind robust, stromausfallsicher, und selbst wenn eine Thermoskanne zerbricht, hätten wir da noch die Sache mit dem Kopf, der als letztes Körperteil betroffen ist.

Ein Terroranschlag auf eine kryonische Einrichtung. Es gibt jede Menge Menschen auf der Welt – vor allem in der Welt der Religion, die das Konzept der Kryonik hassen.

Krieg. Hier ist alles möglich.

Das Gesetz hindert Kryonik-Firma daran, ihre Arbeit zu tun. Das wäre sogar erst kürzlich fast passiert. Im Jahr 2004 versuchten die Gesetzgeber von Arizona einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, der Alcor unter die Aufsicht der staatlichen Bestattungsbehörde gestellt hätte. Dies hätte wahrscheinlich die Schließung von Alcor zur Folge gehabt. Es entwickelte sich eine hässliche Debatte, die sich hauptsächlich um religiöse Fragen drehte, dessen Stimmen die Arbeit von Alcor missbilligten – aber letztendlich setzte sich Alcor durch: Um legal arbeiten zu können, muss Alcor die Körper der Patienten unter dem Vorwand „anatomische Spenden für Forschungszwecke“ annehmen – diese Praxis ist durch das verfassungsmäßige Recht geschützt, seinen Körper für die Forschung zur Kryokonservierung zu spenden. Derzeit scheint diese gesetzesbezogene Variable ziemlich stabil zu sein, aber wenn jemand ein langes grünes Segment hat und eine 800 Jahre lange Lagerung benötigt, bevor eine Wiederbelebung möglich ist, wer weiß, was noch passieren wird – was derzeit Scottsdale, Arizona, könnte zu diesem Zeitpunkt vielleicht nicht einmal mehr zur USA gehören.

Die Kryonik-Firma kommt in den Besitz von Eigentümern mit anderen Werten und diese beschließen, die Patienten aufzugeben. Oder noch bösartiger, ein Kryonik-Hater macht den Eigentümern einer Kryonik-Firma ein sehr schmackhaftes Angebot mit der Absicht, die Firma zu schließen. Alle großen Kryonik-Firmen behaupten, von leidenschaftlichen Kryonikern geführt zu werden und dass dies auch immer so bleiben wird – aber auch hier gilt: Wer weiß.

Je länger das grüne Segment durchhalten muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es scheitert. Wenn Patienten in 40 Jahren wiederbelebt werden können, kann viel weniger schief gehen, als wenn eine Wiederbelebung erst in 2.500 Jahren möglich wird.

Dennoch tun die Unternehmen ihr Bestes, um langfristig zu planen. Zur Frage, wie lange es dauern wird, bis eine Wiederbelebung möglich ist, sagt Alcor: „Manche gehen davon aus, dass es Jahrhunderte dauern wird, bis Patienten wiederbelebt werden können, während andere meinen, dass sich unsere Welt durch das beschleunigende Tempo des technologischen Wandels so schnell verändern könnte, dass Jahrzehnte ausreichen würden. Alcor plant für so lange, wie es eben dauert.“

Mit dem Voranschreiten der Zeit wird sich sowohl die Vitrifikations- als auch die Wiederbelebungstechnologie verbessern, sodass sowohl das blaue als auch das gelbe Segment dazu tendieren werden, sich nach innen zu bewegen und von beiden Seiten in das grüne Segment überzugehen. Das Gesamtbild lässt sich vielleicht am besten wie folgt darstellen:

Grafik zeigt Technologie und Zeitspanne, bis die Wiederbelebung von Kryonik-Patienten möglich ist

So wirken die blauen, grünen und gelben Segmente im Fluss miteinander. Die Kryonik-Unternehmen sagen oft, dass Kryonik eine „Last In – First Out“ (zuletzt herein – zuerst hinaus)-Sache sein wird, und diese Grafik zeigt genau, warum –

Grafik, die zeigt, warum Kryoniker glauben, dass die Wiederbelebung der letzte in first out sein wird

Je mehr Zeit vergeht, bevor man vitrifiziert werden muss, desto ausgefeilter ist die Vitrifikationstechnologie, mit der man behandelt wird und desto weiter ist der Fortschritt der Wiederbelebungstechnologie – und diese kleinere Technologielücke bedeutet ein früheres Wiederbelebungsdatum. Und je kürzer die Zeit, in der man sich auf eine Kryonik-Firma verlassen muss, desto geringer das Risiko.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die blaue Linie in der Grafik für einen durchschnittlichen Kryonik-Patienten gilt – jemand, der spät im Leben an Alzheimer leidet, wird in einem schlechteren Zustand vitrifiziert als ein normaler Mensch seiner Zeit, so dass seine besondere Herausforderung größer sein wird als die Höhe der blauen Linie, die dem Jahr seines Todes entspricht.

Natürlich stellen die einfachen, geraden Linien im Diagramm nur das generelle Konzept dar. Die tatsächlichen Linien werden nicht gerade oder vorhersehbar sein. Allerdings könnte die vielversprechende beschleunigende Rate des technologischen Fortschritts bedeuten, dass sich die blauen und gelben Linien im Laufe der Zeit schneller verbessern und wie folgt aussehen könnten:

Grafik, die den exponentiellen Anstieg zeigt, den die Technologie und die Qualität der Kryokonservierung haben können

So funktionieren also die ersten drei Wenns. Das ist alles schön und gut, aber nichts davon ist wirklich von Bedeutung, wenn Wenn 4 nicht eintritt. Ohne Wenn 4, d.h. „Werden mich die Leute tatsächlich wiederbeleben, wenn die Zeit gekommen ist?“, ist man immerhin nur ein hilfloser, vitrifizierter Körper, und wenn die Außenwelt ihren Teil der Abmachung nicht einhält, sobald du wiederbelebt werden kannst, hast du Pech gehabt – und du wirst nie erfahren, dass es je soweit war.

Ein wenig wirst du wie ein Nutztier sein. Theoretisch hast du vielleicht Rechte, aber da du sie nicht ausüben kannst, bist du darauf angewiesen, dass andere Menschen in deinem Namen für diese Rechte kämpfen.

Als ich mich mit diesem Thema beschäftigt und mit Leuten darüber gesprochen habe, ist mir aufgefallen, dass diese Sorge oft sofort als Grund in den Sinn zu kommen scheint, weshalb eine Kryonik wahrscheinlich nicht funktionieren wird.

Sie fragen: „Es gibt bereits genug Probleme auf der Welt, mit denen man sich befassen muss – glaubst du wirklich, dass sich die Menschen dafür interessieren werden, tote Menschen wieder zum Leben zu erwecken?“

Doch Kryoniker haben Antworten auf diese Frage.

Erstens weisen sie darauf hin, dass die Patienten in den Tanks nicht in einer Welt schweben werden, in der sie in Vergessenheit geraten. Vielmehr hätte man als Patient wahrscheinlich A) Nachkommen oder Freunde, die sich deiner sehr bewusst sind und dich unbedingt reanimiert sehen wollen, B) die größere Gemeinschaft der Kryoniker wird an deiner fairen Behandlung genauso leidenschaftlich interessiert sein wird wie PETA-Aktivisten an der fairen Behandlung von Tieren, und C) die vertragliche Verpflichtung deiner zukünftigen Betreuer – ähnlich wie man heute von einem Chirurgen operiert wird, der einen zwar nicht kennt, sich aber aus beruflicher Verpflichtung trotzdem gewissenhaft um dich kümmert.

Zweitens argumentieren sie, dass – sobald die Wiederbelebung von Kryonik-Patienten eine Realität wird – sich die Vorstellung der Öffentlichkeit darüber, was ein Kryonik-Patient ist und was er verdient, dramatisch verändern wird:

Lange bevor es jemals möglich sein wird, eine Wiederbelebung der heutigen Patienten in Erwägung zu ziehen, wird der umkehrbare Scheintod als Mainstream-Medizintechnik perfektioniert sein. Von diesem Zeitpunkt an wird die gesamte Tradition der Pflege von Menschen, die nicht sofort geheilt werden können, in Kultur und Gesetz stark verankert sein. Wenn es dann möglich sein wird, Patienten wiederzubeleben, die mit den ältesten und gröbsten Technologien konserviert wurden, wird die Wiederbelebung aus dem Zustand des Scheintods etwas sein, das schon Tausende, wenn nicht Millionen Male zuvor gemacht wurde. Der moralische und kulturelle Imperativ zur Wiederbelebung wird – wenn sie möglich ist – so grundlegend und stark sein wie die Verpflichtung zur Ersten Hilfe und medizinischen Notfallversorgung heute.

Wenn ein Kryonik-Patient heute die Rechte eines Nutztieres zu haben scheint, wird dies laut Kryonikern in Zukunft eine veraltete und primitiv anmutende Sichtweise sein. Sie glauben, dass Kryonik-Patienten eher wie die heutigen Koma-Patienten betrachtet werden.

Das klingt zwar schön und gut, aber natürlich haben wir trotzdem keine Ahnung, wie die Zukunft aussehen wird und welchen Stellenwert das Feld Kryonik und seine suspendierten Patienten haben werden. Es scheint zumindest plausibel, dass Kryonik-Patienten in Zukunft immer mehr Rechte haben werden, statt weniger. Und wenn das der Fall ist, sollte Wenn 4 kein großes Problem mehr darstellen.

Und wenn alle vier Wenns in deinem Sinne sind, kannst du endlich zum nächsten Schritt übergehen – dem, der dich wirklich umhauen wird.

Schritt 9) Werde wiederbelebt

Das wird eine bombastische Erfahrung werden.

Erstens, egal ob es 30 Jahre oder 2.000 Jahre gedauert hat, für dich wird es sich gleich anfühlen – vermutlich in etwa wie ein kurzes Nickerchen. Während man schläft, merkt man, wie die Zeit vergeht – immerhin fühlt es sich nicht so an, als wäre man eben vor einer Sekunde erst ins Bett gegangen, wenn man nach acht Stunden morgens aufwacht. Aber in der Flüssigstickstoff-Thermoskanne ist es anders. Hier nimmt man das Verstreichen der Zeit nicht wahr, sodass es sich so anfühlen wird, als wärst du kurz nach deinem vorherigen Leben aufgewacht (es fühlt sich nur nicht völlig augenblicklich an, weil du dein Kurzzeitgedächtnis verloren hast). Du wirst vermutlich sehr desorientiert sein und jemand wird dir erklären müssen, dass du A) in der Zukunft bist und B) Kryonik funktioniert hat und du nicht länger sterben wirst – du bist gesund und verjüngt und bereit, das Leben wieder aufzunehmen.

Echt heftig.

Als nicht an den Himmel glaubende Person habe ich immer darüber nachgedacht, wie angenehm schockiert ich wäre, wenn ich sterben und dann in einem wundervollen Leben nach dem Tod erwachen würde. Ich würde mich umsehen, langsam begreifen, was da passiert, und dann würde ich sagen: „Moment mal...DAS GIBT’S DOCH NICHT“. Dann würde ich mich sofort an das Tor stellen und andere Atheisten beobachten, wie sie den gleichen Schock kriegen.

Ich stelle mir vor, dass die Wiederbelebung aus der Kryokonservierung in etwa so sein wird. Vielleicht ein paar Stufen weniger schockierend, da du dir deiner Kryonik-Sache vermutlich bewusst bist und dir dachtest, es gäbe eine Chance, dass es funktionieren würde – aber trotzdem wäre das ein ziemlich großer „Das gibt’s doch nicht“-Moment.

Nach dem ersten Schock musst du dann erst einmal herausfinden, in was für einer Welt du überhaupt aufgewacht bist. Da gibt es ein paar Möglichkeiten:

Es könnte scheiße seinDu könntest in einer weit entfernten Zukunft aufwachen, die viel schlimmer ist als die Jetzige und in der dich absolut keiner kennt. Noch schlimmer: Du könntest in einer wirklich beängstigenden Situation aufwachen – wer weiß, was für ein gruseliger Scheiß in der Zukunft vor sich gehen könnte.

Es könnte so la-la sein. Sie könnten in einer Welt aufwachen, die irgendwie öde ist. Zum Beispiel kann sie nicht so zukunftsorientiert und cool sein, wie du dachtest, und du bist nicht unsterblich, sondern nur etwas wiederhergestellt und immer noch verletzlich und musst dir einen Job suchen, für die du in dieser Zeit vielleicht nicht die entsprechenden Fähigkeiten besitzt. 

Es könnte unglaublich fantastisch sein. Das wahrscheinlichste Ergebnis: Du könntest aufwachen und alles ist absolut fantastisch. Die gesamte Zukunft könnte cool und aufregend sein, jenseits deiner Vorstellungskraft. Du könntest vorher 84 und vergesslich gewesen sein und überall Schmerzen gehabt haben, und plötzlich steckst du im Körper eines fitten 20-Jährigen, oder vielleicht sogar etwas noch Besserem wie in einem supergeladenen synthetischen Körper, der keine Schmerzen oder Erschöpfung empfindet und nie krank werden kann. Dein altes, vergessliches Gehirn könnte repariert worden und voller Vitalität sein, wie du sie seit 50 Jahren nicht mehr erlebt hast. Und das Beste: Sie könntest von Freunden und deiner Familie umgeben sein, die ebenfalls kryokonserviert wurden und sich unglaublich freuen, dich wiederzusehen. Das könnte echt klasse sein.

Noch verrückter könnte es sein, wenn du in einer virtuellen Welt aufwachst, nachdem deine vitrifizierten Gehirndaten auf einen Computer hochgeladen wurden. Allerdings würdest du dich nicht wie in einem Computer fühlen, sondern genau wie jetzt als Mensch, nur dass auf einmal alles toll und magisch ist und du fast deine ganze Zeit damit verbringen kannst, deinen Lebenstraum zu erfüllen und Regenbögen hinunterzurutschen wie dieses Glücksbärchi.

Tim Urban stellt sich vor, wie er einen Regenbogen herunterrutscht, nachdem er aus der Kryokonservierung wiederbelebt wurde

Deine Freunde und Familie könnten bei dir sein, ebenfalls virtuell hochgeladen, aber immer noch ganz sie selbst mit all ihren alten Erinnerungen, die nun alle ewig und unzerstörbar sind, ohne die Notwendigkeit für die physische Welt oder ihre Ressourcen.

Wer weiß, in was für einer Welt du aufwachen würdest. Aber ein paar Dinge lassen mich glauben, dass es eine ziemlich gute Situation wäre:

  • Eine wirklich schreckliche Zukunftswelt ist wahrscheinlich nicht die Art von Welt, in der man sich um den Schutz und die Wiederbelebung von Kryonik-Patienten kümmern würde. In einer solchen Welt würde man wahrscheinlich einfach nicht mehr aufwachen.
  • Ebenso ist eine Zukunft, die vitrifizierte Menschen wiederbeleben kann, per Definition technologisch ziemlich klasse, so dass es schwer vorstellbar ist, in einer Welt aufzuwachen, die nicht alle möglichen Probleme gelöst hat, unter denen unsere heutige Welt leidet.
  • Die Zukunft neigt dazu, besser zu sein als die Vergangenheit. Menschen tendieren dazu, dystopische Zukünfte vorherzusagen, aber bisher war es immer umgekehrt. Man kann über die Übel der heutigen Welt sagen, was man will, aber es ist immer noch besser, heute ein Mensch zu sein als vor 200, 1.000 oder 10.000 Jahren.

Da wir aber keine Ahnung haben, wie die Wiederbelebung aussehen wird, gibt es diesen nächsten Schritt:

Schritt 10) Entscheide, ob das etwas für dich ist und ob du bleiben möchtest

Abgesehen von ein paar wahnsinnig schlechten Szenarien, in denen man in einer Welt der ewigen virtuellen Folter wiederbelebt wird, ohne ihr entkommen zu können – was wirklich keinen Sinn macht – ist Kryonik ein risikofreies Unterfangen. Es gibt einen Reset-Button – bring dich einfach um und es ist so, als wäre es nie passiert. Wenn es dir nicht gefällt, endet deine Reise hier. Andernfalls kannst du zum nächsten Schritt übergehen.

Schritt 11) Genieße es

Wir haben sozusagen das Ende meiner Führung erreicht. Jetzt lebst du einfach so weiter, wie du es vorher getan hast – nur hoffentlich in einer viel besseren Situation. Was du ab diesem Zeitpunkt tust, ist ganz allein deine Sache. Mach einfach dein Ding und genieße es, in der Zukunft zu sein.

Schritt 12) Stirb diesmal richtig

Irgendwann ist es dann vorbei. Niemand wird jemals ewig leben wollen – diese Tatsache habe ich am Ende meines Graham’s Number-Beitrags erkannt. Wenn die Zeit gekommen ist, gehe ich davon aus, dass es in der Zukunft ein paar schmerzlose Möglichkeiten geben wird, sich zu verabschieden – etwas, das den totalen Info-Tod verursacht, bei dem deine Daten nicht wiederherstellbar sind. An diesem Punkt wirst du dein gesamtes Leben so gelebt haben, wie du es wolltest, und kein Leben, das durch die Einschränkungen der medizinischen Technologie zu der Zeit, in der du zufällig geboren wurdest, verkürzt wurde. Das ist es, wie es sein sollte.

Jetzt, wo wir alle viel mehr über Kryonik wissen, wollen wir uns nochmal unserem Satz zuwenden. Hier waren wir und haben uns diese drei Wörter in Rot angeschaut:

Die Kryogenik ist der morbide Prozess des Einfrierens reicher, toter Menschen, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft wieder zum Leben erweckt. Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Das Wort „reich“ können wir streichen, denn zumindest für jüngere Leute kann die Kryonik mit einer nicht allzu teuren Lebensversicherung bezahlt werden.

Wir können „tot“ streichen, denn die Kryonik befasst sich nicht mit toten Menschen, sondern mit Menschen, die angesichts der derzeiten Technologie dem Tod geweiht sind. Aus demselben Grund können wir auch den Wortlaut „wieder zum Leben erweckt“ ändern.

Und wir können das Wort „einfrieren“ streichen, denn in der Kryonik werden Menschen nicht eingefroren, sondern in einem amorphen, festen Zustand vitrifiziert.

Und wo wir schon dabei sind, können wir auch das Wort „morbide“ loswerden. Ist ein vitrifizierter menschlicher Kopf, der in flüssigem Stickstoff schwimmt, etwa morbide? Ja. Aber ist es morbider, als von Würmern und Mikroben gefressen zu werden oder zu Asche verbrannt zu werden? Definitiv nicht. Also ist es in diesem Sinne kein faires Wort.

Und damit bleibt ein Satz, der eher so lautet:

Die Kryonik ist der Pausierungsprozess von Menschen in einem kritischem Zustand, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft retten kann. Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Und dann ist da noch der Elefant im Raum: Demnach könnte die Gemeinschaft dieser Hardcore-Kryoniker genauso gut eine Scientology-ähnliche Sekte sein.

Das habe ich mit eingefügt, weil man immer, wenn man etwas untersucht, A) eine Randgemeinschaft, B) das mögliche Konzept der Unsterblichkeit und C) Mitglieder, die große Geldsummen für Dienste bezahlen, von denen ihnen gesagt wird, dass sie sich in 1000 Jahren auszahlen könnten, keine andere Wahl hat, als die Antenne aufzustellen und sich zu fragen: „Ist das etwa Scientology?“

Diese Antenne geht vor allem dann, wenn man einen Haufen Zeug von intelligenten und glaubwürdigen Leuten liest, die denken, dass die ganze Sache völliger Blödsinn ist. Wenn es etwas gibt, das einem die Spannung über etwas so Außergewöhnliches wie Kryonik nimmt, dann sind es Experten, die einem sagen, warum man es ignorieren sollte.

Und darum habe ich das gemacht. Und während ich las, wog ich das, was ich las, gegen die Widerlegung von Kryonisten, die ich oft auf der sehr umfassenden FAQ-Seite von Alcor finden konnte. Andere Quellen für den Standpunkt der Kryoniker sind die ausführliche FAQ des Ex-Präsidenten des Cryonics Institute, Ben Best, die Wissenschafts-FAQ von Alcor und die Mythen-Seite von Alcor.

Die Leute, die von Kryonik nicht so begeistert sind, landen alle in verschiedene Schubladen:

Skeptiker Typ 1: Der Wissenschaftler mit einem stichhaltigen Argument, warum Kryonik nicht möglich sein könnte

Die etablierte medizinische Gemeinschaft ist generell nicht so gut auf Kryonik zu sprechen. Keine Krankenkasse wird sie übernehmen, keine Regierung wird sie subventionieren, kein Arzt wird sie als medizinisches Verfahren bezeichnen.

Einige Skeptiker bringen tatsächlich scheinbar stichhaltige Argumente vor. Der Biochemiker Ken Storey sagt: „Wir haben viele verschiedene Organe und wir wissen aus der Forschung zur Konservierung von Transplantationsorganen, dass, selbst wenn es möglich wäre, sie erfolgreich kryokonservieren zu können, jedes Organ mit einer anderen Geschwindigkeit und mit einer anderen Mischung und Konzentration von Gefrierschutzmitteln gekühlt werden müsste. Und selbst, wenn man nur das Gehirn konservieren wollte, gibt es Dutzende von verschiedenen Bereichen, die mit unterschiedlichen Protokollen kryokonserviert werden müssten.“ Storey weist auch darauf hin, wie aufwändig es wäre, einen durch  Vitrifikation geschädigten Menschen zu „reparieren“: „Eine menschliche Zelle hat etwa 50.000 Proteine und mehrere Hundert Millionen Fettmoleküle, aus denen die Membranen bestehen. Durch Kryokonservierung werden sie alle beschädigt.“ (Alcor bezeichnet diese Aussage als offenkundig falsch.)

Andere verweisen auf die gewaltige Herausforderung, ein menschliches Gehirn zu reparieren oder es zu scannen, um es hochzuladen. Der brasilianische Wissenschaftler Miguel Nicolelis betont, dass die Aufgabe, ein menschliches Gehirn zu scannen, mit der heutigen Technologie „eine Million Elektronenmikroskope erfordern würde, die zehn Jahre lang parallel laufen müssten.“ Michael Hendricks, der die Gehirne von Spulwürmern erforscht, hält die Herausforderung, die Eigenschaften wiederzubeleben, die einen zu dem machen, der man ist, für viel zu komplex: „Es wäre zwar theoretisch möglich, diese Eigenschaften in totem Gewebe zu konservieren, aber derzeit passiert das sicher nicht. Die Technologie, geschweige denn die Fähigkeit, diese Informationen aus einem solchen Exemplar wieder herauszulesen, existiert noch nicht einmal im Prinzip.“

Antwort des Kryonikers: Total

Die Kryoniker widersprechen diesen Leuten nicht wirklich (ungeachtet des Zitats von Storey). Sie geben bereitwillig zu, dass die Herausforderungen, jemanden aus der Kryokonservierung wiederzubeleben, mit der heutigen Technologie unüberwindbar sind. Sie weisen lediglich darauf hin, dass es A) keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt, dass Kryonik nicht funktionieren kann, B) wir nicht unterschätzen sollten, was zukünftige Technologien leisten können (stell dir nur einmal vor, wie umwerfend das Thema CRISPR für jemanden aus dem Jahr 1700 wäre und überlege, was für ein Pendant das für uns wäre), und C) es einige vielversprechende Entwicklungen gegeben hat – wie die neueste Nachricht über ein gut konserviertes, vitrifiziertes Kaninchengehirn –, die darauf hindeuten, dass es Grund zum Optimismus gibt.

Ich habe noch keinen Kryoniker sagen hören: „Kryonik wird funktionieren.“ Sie haben einfach das Gefühl, dass ein Mangel an Beweisen nicht direkt einem Mangel an Glaubwürdigkeit gleichkommt. Die Wissenschafts-FAQ von Alcor spricht dies an: „Die Beweislast liegt bei denjenigen, die eine Behauptung aufstellen, die mit der bestehenden, gut etablierten wissenschaftlichen Theorie unvereinbar ist. Kryonik ist nicht unvereinbar mit einer etablierten wissenschaftlichen Theorie ... Zu keinem Zeitpunkt erfordert Kryonik, dass die bestehenden physikalischen Gesetze in irgendeiner Weise verändert werden.“

Kryoniker lassen auch keine Gelegenheit aus, auf diese Zitate hinzuweisen:

„Es gibt keine Hoffnung für die fantastische Idee, den Mond zu erreichen, weil es unüberwindliche Hindernisse gibt, der Schwerkraft der Erde zu entkommen.“ – Dr. Forest Ray Moulton, Astronom der Universität von Chicago, 1932.

„Das ganze Geschreibsel über die Raumfahrt ist völliger Unsinn.“ – Sir Richard Woolley, Königlicher Astronom von Großbritannien, 1956

„Einen Menschen in eine mehrstufige Rakete zu setzen und ihn in das kontrollierende Gravitationsfeld des Mondes zu projizieren.... Ich bin kühn genug zu sagen, dass eine solche von Menschen gemachte Reise niemals stattfinden wird, unabhängig von allen zukünftigen Fortschritten.“ – Dr. Lee De Forest, berühmter Ingenieur, 1957

Skeptiker Typ 2: Der Wissenschaftler, der argumentiert, dass Kryonik nicht funktionieren wird, obwohl er weniger über Kryonik weiß als du, nachdem du diesen Beitrag gelesen hast

Dies ist eine erstaunlich große Kategorie von Kryonik-Skeptikern. Es ist zum Beispiel lustig zu sehen, wie viele Leute aus der Medizin argumentieren, dass Kryonik nicht funktionieren kann, weil das Gefrieren von Wasser irreparable Schäden am menschlichen Gewebe verursacht.

Antwort des Kryonikers: Stimmt–deshalb frieren wir keine Menschen ein. Bitte informieren Sie sich darüber, was Kryonik überhaupt ist, bevor Sie große Reden schwingen.

Zu den Kryonik-Skeptikern, die buchstäblich nicht verstehen, woraus die moderne Kryonik besteht, gehört auch der prominente Physiker Michio Kaku. Er ist jemand, den ich eigentlich gut leiden kann, aber diesem Clip wird er vom CEO von Alcor auf die Schippe genommen, weil er keine Ahnung hat, wovon er redet.

Ein Grund dafür, warum die meisten Wissenschaftler Kryonik nicht verstehen, hat mit ihrer disziplinübergreifenden Natur zu tun. Alcor erklärt:

Auf jedem einzelnen Gebiet sagen die meisten Experten, dass sie keinen Beweis dafür haben, dass Kryonik funktionieren kann. Das liegt daran, dass Kryonik ein interdisziplinäres Feld ist, das auf drei Fakten aus verschiedenen, nicht miteinander verbundenen Wissenschaften basiert. Ohne diese Fakten erscheint Kryonik lächerlich. Leider ist dadurch die Zahl der Experten, die qualifiziert sind, sich zur Kryonik zu äußern, sehr klein. Zum Beispiel wissen nur sehr wenige Wissenschaftler überhaupt, was eine Vitrifikation (Verglasung) ist. Noch weniger wissen, dass die Vitrifikation die Zellstruktur ganzer Organe oder ganzer Gehirne erhalten kann. Auch wenn diese Anwendung der Vitrifikation publiziert wurde, ist sie außerhalb der Kryonik so unüblich, dass nur eine Handvoll Kryobiologen überhaupt weiß, dass sie möglich ist.

Skeptiker Typ 3: Der Kryotechniker, der nicht will, dass die anderen coolen Kids denken, er sei ein Fan der Kryonik und somit ein schräger Außenseiter.

Es gibt eine amüsante kleine einseitige Rivalität zwischen Kryogenikern (die sich, wie du dich sicher erinnern kannst, mit der Wissenschaft der Auswirkungen von kalten Temperaturen beschäftigen) und Kryonikern. Kryogeniker neigen dazu, Kryonik so zu betrachten, wie ein Astronom die Astrologie betrachten würde – oder zumindest ist es das, was sie aus Vorsicht in der Öffentlichkeit sagen. Manchmal scheinen sie zuzugeben, dass hinter Kryonik eine solide Wissenschaft stehen könnte, aber sie wissen auch, dass es der Kryonik in der größeren wissenschaftlichen Gemeinschaft an Glaubwürdigkeit mangelt, und wollen daher durch Assoziationen nicht in dieses Reputationsproblem hineingezogen werden (sie haben auch sehr wenig Sinn für Humor, wenn Leute die Worte Kryogenik und Kryonik verwechseln).

Antwort des Kryonikers: Was auch immer.

Skeptiker Typ 4: Die Person, die glaubt, dass selbst wenn man eine kryokonserviert Person wiederbeleben kann, sie nicht mehr dieselbe sein wird.

Dies bezieht sich auf ein philosophisches Dilemma, das ich in dem Beitrag What makes you you? erörtert habe. Bist „du“ dein Körper? Dein Gehirn? Die Daten in deinem Gehirn? Etwas weniger Greifbares wie eine Seele? Das alles wird höchst relevant, wenn wir über Kryonik nachdenken. Es ist schwer, über kryonische Wiederbelebung zu lesen, und insbesondere über die Aussicht, in einer virtuellen Welt aufzuwachen, in die man hochgeladen wurde, ohne sich zu fragen: „Aber Moment mal... bin das dann überhaupt noch ich?“

Dies ist ein häufiger Einwand gegen Kryonik, aber nur wenige Menschen werden mit Überzeugung behaupten, dass sie die Antwort auf diese Frage wissen.

Antwort des Kryonikers: Ja, da sind wir uns auch nicht sicher. Aber wir drücken die Daumen.

Die meisten Kryoniker haben die Vermutung, dass man die Kryokonservierung intakt überleben kann (der Kryoniker Eliezer Yudkowsky argumentiert, dass eine „erfolgreiche Kryonik alles an dir bewahrt, was durch nächtliches Einschlafen und Aufwachen am nächsten Morgen erhalten bleibt“), aber sie geben auch zu, dass dies eine weitere Variable ist, über die sie sich nicht sicher sind. Das könnte man sogar als ein fünftes „Wenn“ betrachten, das wir unserer Liste hinzufügen könnten: Wenn das, was ein wiederbelebtes Ich zu sein scheint, tatsächlich ich bin...

Skeptiker Typ 5: Die Person, die – unabhängig davon, ob Kryonik funktionieren kann oder nicht – denkt, dass es schlecht ist

Von diesen Menschen gibt es viele. Hier sind ein paar Beispiele:

Argument: Kryonik ist eklig.

Typische Kryoniker-Antwort: Jap, aber weniger eklig als die Verwesung unter der Erde.

Argument: Kryonik ist unheimlich und unnatürlich.

Typische Kryoniker-Antwort: Das sagte man auch über die ersten Organtransplantationen.

Argument: Mit Kryonik will man nur Gott spielen und den Tod überlisten.

Typische Kryoniker-Antwort: Ist die Wiederbelebung von jemandem, dessen Herz aufgehört hat zu schlagen, Gottes Spiel, um den Tod zu überlisten? Und wie sieht es mit der Chemotherapie aus?

Argument: Kryonik ist ein Betrug.

Typische Kryoniker-Antwort: Die großen Kryonik-Firmen sind alle gemeinnützig, die Mitarbeiter werden bescheiden bezahlt und die Vorstandsmitglieder, die das Unternehmen leiten (die alle selbst für Kryonik angemeldet sind) werden überhaupt nicht bezahlt. Wer genau profitiert also von diesem Betrug?

Argument: „Wenn man genug Geld [für Kryonik] hat, dann hat man auch genug Geld, um jemandem zu helfen, der heute in Not ist.“ - Bioethiker Kenneth Goodman

Tatsächliche Kryoniker-Antwort: „Wer genug Geld für eine Krankenversicherung hat (die viel mehr kostet als Kryonik), hat auch genug Geld, um heute jemand anderem in Not zu helfen. Im Grunde kann jeder, der genug Geld für irgendwelche diskretionären Ausgaben hat (Reisen, Sport, Kino, Bier) auch genügend Mittel, um heute jemandem in Not zu helfen. Von all den Möglichkeiten, wie die Menschen im Laufe ihres Lebens beträchtliche Geldsummen ausgeben, ist es völlig willkürlich, die Entscheidung für Kryonik als egoistisch zu bezeichnen.”

Argument: „Geld, das investiert wird, um ein menschliches Leben in der Tiefkühltruhe zu erhalten, ist vergeudetes Geld, denn die Summen dafür sind groß genug, um sie als eine selbst auferlegte Strafe für Leichtgläubigkeit und Eitelkeit anzusehen.“ — Biologe Jean Medawar

Tatsächliche Kryoniker-Antwort: „Niemand käme auf die Idee, die ersten Empfänger von Knochenmarkstransplantaten oder Kunstherzen als „leichtgläubig und eitel“ zu bezeichnen. Und was ist mit sterbenden Kindern, die kryokonserviert werden? Kryonik ist ein Experiment, und die Menschen, die sich für dieses Experiment entscheiden, verdienen den gleichen Respekt wie alle andere Teilnehmer an hochriskanten medizinischen Unternehmungen.“

Argument: Kryonik wird eine katastrophale Überbevölkerung verursachen.

Tatsächliche Kryoniker-Antwort: Diese Aussage habe ich sehr oft in meinen Diskussionen gehört. Das sagt Alcor dazu: „Was ist denn mit Antibiotika, Impfungen, Statin-Medikamenten und den Bevölkerungsdruck, den diese Mittel mit sich bringen? Es ist albern, etwas so Kleines und Spekulatives wie Kryonik als Bevölkerungsproblem zu bezeichnen. Die Lebenserwartung wird, genau wie im letzten Jahrhundert, in den entwickelten Teilen der Welt weiter steigen, Kryonik hin oder her. Je wohlhabender und langlebiger eine Gesellschaft wird, desto mehr reguliert sich die Bevölkerung von selbst. Paare bekommen weniger Kinder im höheren Alter. Dies geschieht in der Welt gerade jetzt. Die schlimmsten Bevölkerungsprobleme gibt es dort, wo die Menschen arm und die Lebensspanne kurz ist.“

Argument: Aber Ted Williams.

Das werde ich erklären: Es gibt eine Handvoll berühmter Leute, die sich für Kryonik angemeldet haben, wie Ray Kurzweil, der Nanotech-Pionier Eric Drexler und Prominente wie Larry King, Britney Spears, Simon Cowell und Paris Hilton. Allerdings gibt es unter den etwa 300 Menschen, die bereits vitrifiziert sind, nur sehr wenige große Namen. Einer davon ist jedoch die Baseball-Legende Ted Williams.

Williams ist der Erste, der vielen Menschen in den Sinn kommt, wenn sie an Kryonik denken – eine unglückliche Tatsache, von der sich Kryoniker wünschen würden, dass sie verschwindet, weil seine Geschichte von einem Skandal überschattet wird (zwei von Williams' Kindern sagten, er habe Kryonik gewollt, während sein drittes Kind behauptet, er wollte eigentlich eingeäschert werden und der Sohn habe ihn nur kryokonserviert, damit er später von seinen DNA-Proben profitieren könne). Diese unschöne Geschichte endete – fair oder unfair – als ein Schandfleck auf der Kryonik-Industrie. Zum Teil deshalb, weil die Sports Illustrated einen Artikel über den Skandal veröffentlichte und Zitate eines ehemaligen Alcor-Mitarbeiters einbrachte, der Alcor unter anderem beschuldigte, die Williams-Vitrifikation schlecht gemanagt zu haben.

Tatsächliche Kryoniker-Antwort: Das ist ein wirklich unfairer Schandfleck. Die Anschuldigungen basierten nicht auf der Realität und der Mitarbeiter hat kürzlich vor Gericht zugegeben, dass das, was er gesagt hat, möglicherweise nicht der Wahrheit entsprach.

Argument: Das Leben ist lang genug. Die Menschen sollen nicht länger leben, als wir es jetzt tun. Man sollte das genießen, was man hat.

Typische Kryoniker-Antwort: Vielen Dank für deine Meinung, ich bin aber anderer Meinung.

Und wie fühlt sich jetzt meine Scientology-Antenne an, nachdem ich etwa 50 skeptische Meinungen gelesen habe?

Nun, die Skeptiker haben mir definitiv geholfen, das Ausmaß der Herausforderung, die mit Kryonik einhergeht, zu erkennen. Die Wissenschaft hat noch einen weiten Weg vor sich, bevor Kryonik wirklich als Pausenknopf statt als Stoppknopf funktionieren kann – und vielleicht werden wir nie dahin kommen.

Aber ich bin davon überzeugt, dass Kryonik ein lohnenswertes Ziel ist und vielleicht sogar die ganze Welt verändern kann. Die Tatsache, dass die kryonische Wiederbelebung plausibel erscheint, zusammen mit der Tatsache, dass sich die Menschen der Vergangenheit die „Magie“ der zukünftigen Technologie nicht einmal vorstellen konnten, lässt mich glauben, dass Kryonik letztendlich funktionieren wird. Wenn etwas Wichtiges nicht unmöglich ist, wird die Zukunft wahrscheinlich irgendwann einen Weg dafür finden.

Zudem gibt es von den Kryonikern auch das „Warum denn nicht?-Argument, das für Skeptiker sehr schwer zu widerlegen ist.

Pro-Kryonik-Wissenschaftler Ralph Merkle drückte es sehr gut aus:

Die richtige wissenschaftliche Antwort auf die Frage „Funktioniert Kryonik?“ lautet: „Die klinischen Studien sind im Gange. Kommen Sie in einem Jahrhundert wieder und wir werden Ihnen eine Antwort geben, die auf den Ergebnissen basiert.“ Die relevante Frage für diejenigen von uns, die keine so lange Lebenserwartung haben, ist: „Wäre ich lieber in der Kontrollgruppe oder in der Versuchsgruppe?“ Wir sind durch die Umstände gezwungen, diese Frage zu beantworten, ohne den Vorteil zu haben, die Ergebnisse der klinischen Studien zu kennen.

Die einzige Möglichkeit, die Antwort „Wir wissen es nicht, aber wir können es genauso gut versuchen“ abzuschießen, wäre zu sagen: „Es hat definitiv keinen Sinn, es zu versuchen, weil es unmöglich ist.“ Und nur sehr wenige glaubwürdige Wissenschaftler würden dies behaupten, wenn es um so geheimnisvolle Dinge wie die Funktionsweise des Gehirns und die Möglichkeiten der fernen Zukunft geht.

Die andere Sache, die mir auffiel, als ich mehr über Kryonik lernte, war, dass Kryoniker normalerweise überhaupt nicht „verkaufsorientiert“ sind, wenn sie über Kryonik sprechen. Ich habe bei meinen Recherchen den Eindruck gewonnen, dass Kryoniker häufig gut ausgebildet, rational, realistisch und bescheiden mit dem sind, was sie wissen und was sie nicht wissen. Sie geben bereitwillig die Probleme und Unzulänglichkeiten des Feldes zu und achten darauf, eine maßvolle, verantwortungsbewusste Aussprache zu verwenden, um die Nuancen der Wahrheit nicht zu verzerren. Und trotz eines allgemeinen Mangels an Unterstützung durch die medizinische Mainstream-Gemeinschaft sind viele angesehene Wissenschaftler begeisterte Kryoniker geworden.

Also, für den Moment hat Kryonik meine Scientology-Antenne befriedigt.Was unseren Satz auf folgendes verkürzt:

Kryonik ist der Pausierungsprozess von Menschen in einem kritischem Zustand, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft retten kann. 

Die letzte Formulierung des Satzes, die ich noch angehen möchte, ist:

Kryonik ist der Pausierungsprozess von Menschen in einem kritischem Zustand, die das Konzept des Todes nicht akzeptieren können und die Hoffnung haben, dass man sie in der Zukunft retten kann. 

Das ist der Teil des Satzes, der einen Hauch von Verachtung in die Augen treibt – etwas, das Menschen oft empfinden, wenn sie von jemandem hören, der die Sterblichkeit besiegen will. Abgesehen von der Abneigung, die wir gegenüber der Aussicht auf einen menschlichen Körper haben, der in einem Gefriertank schwimmt, empfinden viele von uns eine Abneigung gegenüber der Motivation, die hinter Kryonik steht. Es scheint gierig, mehr als das eine Standardleben zu wollen.

Ich empfinde für so etwas eigentlich keine Verachtung, aber zu Beginn meiner Recherchen habe sogar ich mich dabei ertappt, wie ich ein wenig den Kopf geschüttelt habe, als ich vor einer Weile über den Milliardär Peter Thiel las, der sich für Kryonik angemeldet hat.

Aber dieser Beitrag hat mich gezwungen, einen großen Schritt zurück zu machen – zurück zu dem Punkt, an dem ich den Tod nicht als einen Moment, sondern als einen Prozess ansehen kann, zurück zu dem Punkt, an dem ich die menschliche Lebensspanne als ein Produkt unserer Zeit und nicht unserer Biologie sehen kann, und zurück zu dem Punkt, an dem ich das Konzept der menschlichen Gesundheit über die Zeitspannen verteilt sehe und an dem ich mir vorstellen kann, wie zukünftige Menschen unsere gegenwärtige Zeit der Hilflosigkeit angesichts des biologischen Verfalls sehen werden.

Von hier draußen wird einem klar, dass wir in einer Phase leben – einem traurigen kleinen Fenster, das eine intelligente Spezies unweigerlich durchläuft, wenn sie fortgeschritten genug ist, um ihre eigene Sterblichkeit zu verstehen, aber immer noch zu primitiv, um sich davor zu schützen. Wir setzen uns damit auseinander, indem wir den Tod wie ein tyrannisches Oberhaupt behandeln, den wir nicht herauszufordern wagen, nicht einmal in unseren eigenen privaten Gedanken. Wir wurden von diesem Oberhaupt universell besiegt und beherrscht, solange wir existierten, und wir wissen nur, dass wir uns vor ihm zu verbeugen haben, in voller Resignation vor seiner Macht über uns.

Die Menschen der Zukunft, die eines Tages dieses Oberhaupt gestürzt haben, werden die Phase, in der wir uns befinden, und unseren daraus resultierenden psychologischen Zustand mit eindeutiger Klarheit betrachten – sie werden um uns trauern, so wie wir um gehirngewaschene Mitglieder einer uralten Sekte trauern, die Massenselbstmord begehen, weil der Meister es befohlen hat.

Aber wenn es darum geht, das Oberhaupt zu besiegen, wurde unser Wille durch eine Geschichte unterdrückt, die uns sagt, dass dieses Oberhaupt unzerstörbar ist.

Und das erklärt die Kluft zwischen dem, was Kryoniker über Kryonik denken, und dem, was der Rest von uns darüber denkt. Die Kluft besteht aus zwei Gründen:

  1. Kryoniker betrachten den Tod als einen Prozess und sehen viele Menschen, die heute für tot erklärt werden, als noch lebendig an – und sie betrachten Kryonik als einen Versuch, einen lebenden Patienten in ein zukünftiges Krankenhaus zu verlegen, das sein Leben retten kann. Mit anderen Worten, sie betrachten Kryonik lediglich als einen Versuch, sich dem Oberhaupt zu widersetzen, nicht anders als wir, die jemanden in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen, das bessere Behandlungsmöglichkeiten für seinen Zustand hat. Die meisten von uns betrachten den Tod jedoch als einen einzigartigen Moment, weshalb wir Kryonik als einen Versuch ansehen, eine tote Person ins Leben zurückzubringen – d.h. wir sehen Kryonik als einen Versuch, das Oberhaupt zu besiegen. Wenn Kryoniker sehen, wie wir einem Milliardär zujubeln, der gegen den Krebs kämpft, während wir den Kopf schütteln, wenn sich jemand für Kryonik anmeldet, wenn sie sehen, wie wir für jemanden beten, der im Koma liegt, während wir mit den Augen rollen, wenn jemand vitrifiziert wird – dann sehen sie uns in unserer höchst irrationalen Form.
  2. Kryoniker betrachten den Tod nicht als ein allmächtiges Oberhaupt, sondern als ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Sie sehen den Menschen als eine Anordnung von Atomen und sehen keinen Grund, warum diese Anordnung unweigerlich schlechter werden sollte, sofern unsere Wissenschaftler besser mit den Atomen arbeiten könnte. Für sie ist der Versuch, den Tod insgesamt zu besiegen, eine offensichtliche, rationale Mission. Aber die meisten von uns sehen den Tod als eine fundamentale Tatsache des Universums an – einen mysteriösen und furchterregenden Schatten, der über allen Lebewesen schwebt und dem nur ein naiver Narr entkommen würde. Also anstatt die Leute anzufeuern, die versuchen, das Rätsel des Todes zu lösen, spotten wir über sie und lachen sie aus, als ob sie zu unreif wären, mit dem Unvermeidlichen Frieden zu schließen.

All das durch eine herausgezoomte Linse zu betrachten war für mich eine große Wow-Moment-Epiphanie. Plötzlich sah ich die Kryoniker der Welt im selben Licht wie jene seltenen Menschen aus der Antike, die versuchten zu verstehen, wie Erdbeben entstanden, damit sie auf das nächste am besten vorbereitet sein konnten, und ich erkannte, dass ich, als ich den Kopf wegen Peter Thiel schüttelte, wie eine der Horden von Menschen aus der Antike war, die die Götter anbeteten, weil sie uns mit diesem Erdbeben bestraft hatten und die seltenen Wissenschaftler für ihr blasphemisches Denken auf dem Scheiterhaufen verbrennen wollten.

Ich begann diesen Beitrag mit dem Gedanken, einfach einen „Mini-Beitrag“ über diese kleine Gemeinschaft von Kryonikern zu schreiben und über das, was sie zu tun versuchen, und beendete ihn mit dem Anblick eines weiteren Beispiels dafür, dass die selbsternannten wissenschaftsorientierten Rationalisten von heute die Götzenanbeter von morgen sind.

Ich sah auch, wie sich meine Vorstellung von der Moral des Ende des Lebens auf den Kopf stellte. Zu Beginn meiner Forschung war meine Frage: „Ist Kryonik eine gute Sache?“ Am Ende lautete die Frage: „Ist es in Ordnung, ein sterbendes Kind nicht für Kryonik anzumelden oder werden zukünftige Menschen das so sehen wie wir, wenn ein Elternteil seinem Kind aus religiösen Gründen eine lebensrettende medizinische Behandlung verweigert?“

Kryonik scheint nicht nur eine gute Sache zu sein, die man versuchen sollte, sondern auch das Richtige zu sein.

So sieht es jedenfalls Alcor. Sie sagen:

Das moralische Argument für Kryonik ist, dass es falsch ist, die Pflege einer bewusstlosen Person abzubrechen, wenn sie noch gerettet werden kann. Das ist der Grund, warum Menschen, die bewusstlos werden, mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, warum sie, wenn nötig, wochenlang auf der Intensivstation gepflegt werden, und warum sie auch dann noch gepflegt werden, wenn sie danach nicht mehr vollständig erwachen. Es ist ein moralischer Imperativ, sich um bewusstlose Menschen zu kümmern, solange noch begründete Hoffnung auf Genesung besteht.

Und sobald man durch diese Linse schaut, beginnt alles, was wir für normal halten, verrückt zu wirken.

Als Kim Suozzi im Alter von 23 Jahren erfuhr, dass sie an Krebs sterben würde, meldete sie sich für eine Kryokonservierung an. Sie betrachtete es als einen Versuch mit einem neuen experimentellen Medikament, das eine Chance haben könnte, sie zu retten, wenn sonst nichts mehr geht – ein klarer Fall. Aber ihr Vater wehrte sich gegen die Entscheidung, Reddit-Nutzer verhöhnten sie dafür und die Geschichte war ungewöhnlich genug, um einen Schlagzeilen-Artikel in der New York Times zu rechtfertigen.

Es ist, als ob Kim Teil einer Gruppe krebskranker 23-Jähriger war, die alle auf eine Klippe zuliefen, um in den Rachen des Oberhaupts zu fallen. Doch Kim sah ein Seil, das von einer höheren Klippe über den Abgrund hing und beschloss, danach zu greifen, weil es sie vielleicht, und nur vielleicht, in Sicherheit bringen könnte. Und die Times fand das so bizarr und so abwegig, dass sie einen Artikel darüber schrieben. Bitte was?

Aus der Ferne sieht es so aus, als würden wir alle in einem abstürzenden Flugzeug sitzen, mit der einzigen Überlebenschance, den experimentellen Fallschirm auszuprobieren – und wir bleiben alle einfach auf unseren Plätzen sitzen.

Ich habe mich entschieden, einen Fallschirm zu nehmen und zu springen. Ich habe für Anfang April einen Termin mit einem Lebensversicherungsangestellten und Alcor-Mitglied vereinbart, um einen Plan aufzustellen. Ich kann die Entscheidung auf drei Gründe reduzieren:

  1. Ich liebe das Leben. Die Leser haben meine leichte Besessenheit vom Tod bemerkt, was vielleicht mit den 55 Malen zu tun hat, die ich in diesem Blog darüber gesprochen habe. Aber wenn sie mich darauf ansprechen, bezeichnen sie es als meine Angst vor dem Tod. Was nicht ganz darauf zutrifft, wie ich mich fühle. Es ist eher so, dass ich das Leben wirklich mag. Ich mag es, Dinge zu tun und nachzudenken, und ich mag meine Familie und Freunde und möchte weiterhin mit ihnen zusammen sein, wenn ich kann. Ich möchte auch wirklich sehen, was passiert. Ich möchte dabei sein, wenn wir das Fermi-Paradoxon lösen und wenn wir entdecken, was dunkle Materie ist, wenn wir den Mars terraformen und wenn die KI all unsere Jobs übernimmt und uns dann alle ausrottet. Ich möchte sehen, wie das 23. Jahrhundert aussieht und wie cool die Handys dann aussehen. Lebendig zu sein ist viel interessanter als tot zu sein. Und da ich die ganze Ewigkeit Zeit habe, um tot zu sein, erscheint es logisch, zumindest eine Weile nicht tot zu sein, wenn ich die Chance dazu habe.
  2. Diese Tabelle.
Wissenschaftler sind sich einig, dass es keine Chance auf Wiederbelebung bei Bestattung oder Einäscherung gibt und eine gewisse Chance bei Kryonik

3. Hoffnung. Ich war schon immer neidisch auf religiöse Menschen, weil sie auf dem Sterbebett nicht denken: „Scheiße“, sondern: „Okay, jetzt kommt der große Moment – werde ich jetzt blinzeln und im Himmel aufwachen?“ Das macht viel mehr Spaß. Und viel aufregender. Egal, ob Kryonik nun funktioniert oder nicht, während ich altere, kann zumindest ein kleiner Teil von mir jetzt denken: „Ich frage mich, was passieren wird, wenn ich sterbe?“ Atheisten sollten das nicht denken dürfen. Der Mensch braucht keine riesige Ladung Hoffnung, um Hoffnung zu haben – er braucht nur etwas, woran er festhalten kann. Gerade genug, um in der Lage zu sein, das „Also sagst du, es gibt eine Chance!“-Gefühl zu haben.

Manche von euch werden meine Entscheidung nachvollziehen können – andere werden denken, dass es mich dumm, leichtgläubig oder egoistisch macht.

So oder so, du solltest selbst einmal darüber nachdenken und über die Tatsache, dass du derzeit einen Plan hast, egal, ob du dir dessen bewusst bist oder nicht. Wahrscheinlich lautet dieser Plan, sich mit dem Tod abzufinden. Von der Klippe zu springen, anstatt nach dem Rettungsseil zu greifen. Sitzen zu bleiben, während das Flugzeug abstürzt.

Das ist nicht unbedingt die falsche Entscheidung, je nachdem, wer du bist, woran du glaubst und was du wertschätzt. Aber wenn das dein Plan ist, sollte das dein Plan sein, weil er dir mehr zusagt als die Alternative – und nicht, weil du nicht darüber nachgedacht hast und einfach das tust, was alle anderen tun. Es geht um deine Existenz, und du müssen das Schicksal dieser Existenz in deine eigenen, unabhängig denkenden Hände nehmen.

Und wenn du doch lieber zum Fallschirm greifen möchtest, als auf deinem Platz sitzen zu bleiben, solltest du nicht in die gängige Falle tappen:

Die Kryokrastination.

Das ist ein echter Begriff, der in der Kryonik-Welt verwendet wird, um das Phänomen zu beschreiben, dass Leute – vor allem junge Leute – sagen: „Ja klar, bei Kryonik mache ich mit, wenn ich sterbe“, aber dann keine Handlung folgt, um sich anzumelden und Geld zu bezahlen. Das ist ganz natürlich – was könnte man auch noch einfacher vor sich her schieben? Der Punkt „sich für Kryonik anmelden“ steht quasi nie ganz oben auf deiner To-do-Liste. Aber egal, in welchem Alter du bist, es kann immer etwas Unerwartetes passieren, und wenn du nie dazu gekommen bist, dich anzumelden, hast du Pech gehabt. Wenn man einen großen Schritt zurück macht, ist das unnötige Aufschieben wirklich kurzsichtig. Tu einfach das, was ich getan habe – vereinbare Termine, damit du es auch tatsächlich tust.

Ich hoffe, dass du dieses Thema genauso angehen wirst, als würdest du eine Spritze mit einem experimentellen Medikament nehmen, wenn du krank wärst und dies deine einzige Chance wäre. Weil es einen Versuch wert ist. Weil es einfach funktionieren könnte. Warum auch nicht? Und weil Dylan Thomas es am besten gesagt hat:

Do not go gentle into that good night.

Rage, rage against the dying of the light.

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Wenn du mehr erfahren möchtest— die Alcor FAQ und Ben Best's FAQ sind ein guter Anfang. Sowohl die Webseite von Alcor als auch die des Cryonics Institute bieten massenweise Infos, und wenn du noch tiefere Einblicke haben möchtest, kannst du dir die Bibliothek von Alcor ansehen (wo du auch Fallberichte zur Kryokonservierung findest), oder in diese Sammlung von Zeitschriftenartikeln zum Thema Kryonik. Viele weitere Quellen sind unten aufgelistet.

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Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, wirst du auch diese lesen wollen:

What Makes You You? – Ein Beitrag, der die seltsamste und schwierigste Kryonik-Frage mit verblüffenden Gedankenexperimenten ergründet

The AI Revolution: The Road to Superintelligence – Etwas, das uns vielleicht viel besser hilft, die Sterblichkeit zu überwinden, als Kryonik (oder das Gegenteil und es wird uns auslöschen)

How (and Why) SpaceX Will Colonize Mars – Wie Kryonik, nur dass es nicht darum geht, das Leben eines Menschen zu verlängern, sondern das Leben der Spezies

Oder, für etwas weniger Schwerwiegendes lässt mich das hier nicht so viel Angst davor haben, dass Kryonik eine Überbevölkerung verursacht.

Quellen

Die Alcor Website ist eine großartige Ressource, vor allem der FAQ-Bereich, der Wissenschafts-FAQ und die Bibliothek. Sie haben auch eine umfangreiche YouTube-Seite. Die Idee für die Metapher mit dem abstürzenden Flugzeug und den experimentellen Fallschirmen habe ich aus dem Video des Alcor-Mitglieds Andrew Popper - danke Andrew.

Die andere Sache aus diesem Beitrag, die von außerhalb inspiriert wurde, ist das Konzept des Todes als Oberhaupt, das lose auf der Handlung von Nick Bostroms The Fable of the Dragon-Tyrant basiert, wo die Rolle des Todes von einem Drachen gespielt wird. Wenn dir dieser Teil des Beitrags gefallen hat, solltest du unbedingt die Fabel lesen.

Das Cryonics Institute hat auch eine Menge guter Informationen, besonders die FAQ von Ben Best, dem Ex-Präsidenten.

Ich fühle mich schlecht, dass ich mich in diesem Beitrag nur auf Alcor und CI konzentriert habe und das kleinere, aber temperamentvolle KrioRus-Unternehmen außerhalb von Moskau ignoriert habe. Aber hier ist ein guter Artikel aus dem FT Magazine (von Courtney Weaver), der von ihm berichtet.

Hier ist eine Sammlung von Zeitschriftenartikeln über Kryonik. Hier ist ein weiterer.

Hier sind eine Handvoll Fallberichte zur Kryokonservierung.

Der Wissenschaftler und Kryoniker Ralph Merkle hat auf seiner Website einiges von dem, worüber ich gesprochen habe, sehr schön formuliert. Viele Leute vergleichen das „Warum denn nicht?"-Argument für Kryonik mit der Pascalschen Wette. Merkle denkt nicht, dass das ein guter Vergleich ist – das ist der Grund.

Hier ist eine ziemlich fesselnde Folge von This American Life über Kryonik. Sie konzentriert sich auf die frühen Tage der Bewegung in den 60er und 70er Jahren und beleuchtet ein berüchtigtes Kryonik-Desaster. Und hier ist ein Stuff You Should Know über Kryonik.

Ein Brief von 60 Wissenschaftlern, die dafür plädieren, dass Kryonik in der Welt der Wissenschaft ernst genommen werden sollte.

Eliezer Yudkowsky findet einen Weg, seinen Kopf in etwa ein Drittel der Beiträge zu stecken, die ich schreibe, während ich recherchiere. Er hat einen Haufen interessanter Dinge über Kryonik zu sagen. Hier ist eine Sache. Hier ist eine weitere.

Zwei großartige aktuelle Artikel über Kryonik: Eine von Motherboard (von Brian Merchant) über ein sterbendes zweijähriges Mädchen, dessen Eltern sie zur jüngsten Kryonik-Patientin der Welt machten. Und einer aus der NY Times (von Amy Harmon), auf den ich am Ende des Beitrags verwiesen habe; über eine 23-Jährige, die sich bei Alcor angemeldet hat, bevor sie an einem Gehirntumor starb.

Ein interessantes Reddit AMA mit einem Kryonik-Mitglied.

Ein Artikel aus Newsweek (von Anthony Cuthbertson) über den Durchbruch der Einfrierung des Kaninchengehirns im Februar 2016.

Ich habe nur Auszüge davon gelesen, aber hier ist Robert Ettingers berühmtes Buch, das die Kryonik-Bewegung in den frühen 60er Jahren ins Leben gerufen hat.

Ein interessanter Artikel im New York Magazine (von Kerry Howley), der sich mit dem Phänomen der Familienkonflikte um Kryonik beschäftigt.

Ein Atlantic-Artikel (von Rose Eveleth) über den Kryonik-Prozess. Alcor hat auch eine gute Seite über das Verfahren. So auch CI.

Triff Michael Hendricks, einen klugen Wissenschaftler, der Kryonik für Pferdescheiße hält. Hier ist ein weiterer Skeptiker. Und noch einer. Alcor widerlegt Skeptiker mit dieser Seite und dieser Seite und gibt hier Probleme mit der Kryonik zu.

Die Preise von Alcor. Und die von CI.

Ein Video, in dem der CEO von Alcor, Max More, sehr schön die Argumente für Kryonik formuliert.

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